Lahme Lok fährt in neue «Cisalpanne»

  • Publiziert: 29.12.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN – Die Serie der Cisalpino-Pannen reisst nicht ab: Heute fiel einer der Züge zwischen Brig und Basel wegen einer Lokstörung aus. Die Passagiere mussten in Brig auf den InterCity in Richtung Romanshorn umsteigen.

Zwischen Bern und Basel setzten die SBB einen Ersatzzug ein, wie Sprecher Roman Marti sagte. Die Reisezeit verlängerte sich um rund 25 Minuten. Der defekte Zug wurde in Brig gewendet und nach Domodossola (I) gefahren.

Erst am Vortag sagte Cisalpino-Chef Alain Barbey in einem Interview mit dem «Sonntag», nach einer neuerlichen Häufung von Pannen und Verspätungen sei die Wartung der Cisalpino-Züge verbessert und das Personal aufgestockt worden. Als Hauptgrund für die häufigen Zwischenfälle nannte Barbey die Verlegung des Wartungsstandortes von Mailand Martesana nach Greco.

Wartung in der Schweiz?

Der SBB gehen langsam aber sicher die Geduld mit den anfälligen Zügen aus. Nachdem ein Cisalpino mit 200 Passagieren am 22. Dezember im Lötschberg-Basistunnel stecken geblieben war (Blick.ch berichtete), teilten die Bundesbahnen mit, sie wollten sich darum bemühen, die Wartung in die Schweiz zu holen.

Der italienische Wartungspartner komme seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nach, schrieben die SBB vor knapp einer Woche. Ein Teil der Arbeiten wird bereits seit Mitte 2008 in Basel durchgeführt. Der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV) verlangte, dass die Züge von den Schweizer Schienen genommen werden, solange die Zuverlässigkeit nicht stimme. Wegen fehlendem Rollmaterial winkten die SBB allerdings ab. (SDA)

Cisalpino: Sorgenkind auf Schienen

Die Cisalpino-Neigezüge gelten seit ihrer Einführung vor zwölf Jahren als Sorgenkinder. Auf den Nachfolgezug ETR 610 des französischen Herstellers Alstom wartet die SBB seit zwei Jahren. Die ersten Züge werden voraussichtlich im Juni 2009 in Betrieb genommen.

Pro Bahn wills wissen

Pro Bahn, die Vertreter-Organisation der Bahnkunden, lancierte eine Umfrage zu den störanfälligen Zügen. Die Pannenserie reisse nicht ab, Abhilfe sei oft versprochen worden. Nun wolle Pro Bahn von den Passagieren wissen, wie es mit der Cisalpino-Gesellschaft weiter gehen solle, schreibt die Organisation. Die Fragen reichen bis zur Aufkündigung der Zusammenarbeit mit den italienischen Staatsbahnen.

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