Unmittelbar nach seiner Flucht: Kinderschänder vergewaltigt Mädchen am See
LE LANDERON – Ein gefährlicher Sexualstraftäter bricht aus. Vergewaltigt ein Kind. Und die Behörden wollen alles vertuschen.
Und trotzdem gelingt dem Sexualstraftäter Ende August die Flucht. Er schwimmt durch den Zihlkanal vor der Anstalt, dann begibt er sich zu Fuss zu einem nahegelegenen Strand bei einem Campingplatz. Er sucht wieder Opfer.
Sofort nach der Flucht schlägt er zu
Unglaublich: Wenige Stunden nachdem er sich aus St. Johannsen abgesetzt hat, vergewaltigt der Häftling am Bielersee ein Mädchen. Brutal und ohne Skrupel.
Am darauffolgenden Tag erst kann der Vergewaltiger wieder festgenommen werden. Er kommt in Untersuchungshaft.
Und was tun die Behörden? Sie schweigen. Wollen alles vertuschen. Weder wird die Bevölkerung alarmiert, dass ein gefährlicher Unhold auf freiem Fuss ist. Noch informiert man nach seiner Verhaftung über die erneute Straftat.
BLICK verlangte Aufklärung
Erst als BLICK von dem Verbrechen erfährt und gestern Aufklärung verlangte, gelangt das Untersuchungsrichteramt Berner Jura-Seeland an die Öffentlichkeit. Zwei Monate nach der Flucht des Häftlings und der Vergewaltigung eines Mädchens.
Zum Schutz des Opfers, so behaupten die Behörden, wollen sie keine Angaben dazu machen, wie alt der Täter ist, aus welchem Land er stammt, wie lange er schon in St. Johannsen war und warum er nicht besser bewacht wurde.
Vielleicht wollen sie aber auch bloss nicht erklären müssen, warum sie den Fall lieber verheimlichten.
Laut Franz Walter, Direktor von St. Johannsen, habe man die Fahndung nicht publik gemacht, weil «man aufgrund des ursprünglichen Delikts» nicht «von einer erheblichen Gefahr für die Öffentlichkeit» ausgegangen sei.
Ein folgenschwerer Fehler.
Fast jeder Zweite hier ist ein Sextäter
St. Johannsen (Bild u.) ist seit 1911 ein Massnahmen-Zentrum für Männer. Früher sassen Militärdienstverweigerer und Trunkenbolde ihre Strafen in Le Landeron NE ab. Heute werden 41 Prozent wegen Sexualdelikten therapiert, 28 Prozent haben Delikte gegen Leib und Leben begangen. 10 Prozent sind Brandstifter, 6 Prozent sitzen wegen Raubs und 15 Prozent wegen Vermögensdelikten.
Ein Viertel der Eingewiesenen gilt als gemeingefährlich. Geleitet wird die Anstalt von Franz Walter (50, Bild.)
Drei weitere Fälle von Abgängen
Der offene Strafvollzug in St. Johannsen: In diesem Sommer gab es eine Häufung von Abgängen. BLICK weiss von drei Fällen innerhalb von nur etwa zehn Tagen:
Fall 1: Der Unhold verbüsst eine Strafe, weil er ein Kind missbraucht hatte. Seine Freundin brachte ihn total zugedröhnt in die Anstalt zurück. Er bekommt nochmals eine Chance, weil er «nur» wegen Drogen weg war.
Fall 2: Der flüchtige Insasse wurde in der Berner Drogenszene aufgegriffen. Auch er bekommt nochmals eine Chance, weil er «nur» wegen Drogen weg war.
Fall 3: Der flüchtige Mann wurde erst gefasst, als er im Tessin die Grenze nach Italien passieren wollte. Er wurde zwischenzeitlich an einem sicheren Ort eingesperrt.
Nach keinem der drei Flüchtigen wurde öffentlich gefahndet. Sie wurden als nicht gemeingefährlich eingestuft. In der Tat wurde keiner der drei auf der Kurve straffällig, geschweige denn zum Sexualtäter.
- Raphael Herzog, Winterthur - 15:35 | 30.10.2009
- » Wann endlich kommt die Zwangskastration für Sexualtäter? Wäre meiner Meinung nach schon lange überfällig.
- Josch Bulfoni, Cugnasco - 15:02 | 30.10.2009
- » Unsere Justitzministerin nimt lieber ein Herr Polanski fest der macht auch kein fluchtversuch.Aber ein Sexualstraftäter in eine offene Strafanstalt ja der kann dan schnell raus und ein Kind missbrauchen und mann weiss von nichts. So läuft es in der Schweiz.
- Hugo Ferrari, Rotkreuz - 14:16 | 30.10.2009
- » Anscheinend ist St. Johannsen ein Vorzimmer des Himmels. Dort werden die armen Kriminellen auf ihre Seligsprechung vorbereitet. Kriminelle gehören in eine Strafanstalt, in St. Johannsen kann man im besten Fall versuchen Alkoholiker zu behandeln, mehr nicht.
- Thomas Siegler, Davos - 13:29 | 30.10.2009
- » Gott sei Dank gibt es BLICK. Was hat BLICK schon alles aufgedeckt was uns die Behörden allzugerne vertuschen möchten. Offenbar haben hier wieder Leute die Aufsichtspflicht vernachlässigt. Warum wurde die Überwachung so total verschlammpt? Was muss denn alles noch passieren bis die Schlamperei in den Gefängnissen aufhört und die entsprechenden Leute zur Rechenschaftb gezogen werden?
- Roberto Campori, Basel - 12:58 | 30.10.2009
- » schade schade eigentlich müsste nach all diesen Vorkomnissen doch endlich mal was ändern es braucht endlich den mut etwas zu tun und dies geht nur wenn alle gemeinsam etwas tun hinschauen nicht wegschauen das muss die devise sein.














