Dürre-Alarm: Erste Flüsse trocknen aus Kantone erlassen Wasserentnahme-Verbot

  • Publiziert: 12.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERn – Wegen der anhaltenden Rekord-Hitze sind Schweizer Flüsse und Bäche in Gefahr. Die ersten Kantone erlassen Verbote für Wasserentnahme.

Reagiert hat zuerst der Kanton Freiburg. Die Behörden verbieten ab kommenden Sonntag die Entnahme von Wasser aus sämtlichen Gewässern mit Ausnahme der Saane, des Broyekanals, des Grand Canals sowie des Schiffenen-, Murten- und Neuenburgersees.

Die Situation in verschiedenen Freiburger Gewässern sei besorgniserregend, teilte das kantonale Tiefbauamt am Montag mit.

Besonders betroffen sind die Arbogne, die Petite Glâne und die Bibere. Der Abfluss sei dort in den letzten zehn Tagen mehrmals unter den gesetzlichen Schwellenwert gefallen. Die geringen Abflussmengen und die hohen Wassertemperaturen bedrohten die Wasserfauna stark, hiess es weiter.

Dutzende Gemeinden betroffen

Weil sich die Bibere durchs freiburgisch-bernische Grenzgebiet schlängelt, gilt das Wasserentnahmeverbot ab nächstem Sonntag auch auf Berner Seite.

Die anderen für die landwirtschaftliche Bewässerung genutzten bernischen Bäche und Flüsse führten hingegen noch genügend Wasser, wie die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (BVE) am Montag mitteilte. Aus diesen Gewässern können Bauern also weiterhin Wasser entnehmen.

Auch der Kanton Waadt verbietet ab dem nächsten Sonntag die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Bächen. Davon betroffen sind rund 40 Gemeinden, neun Verbände und sechs Private.

Für die Rhone und die Broye seien Ausnahmebewilligungen möglich, hiess es bei der zuständigen Waadtländer Amtsstelle. Die Situation wird zweimal pro Woche neu beurteilt.

Andere Kantone beobachten täglich Wasserstand

Andere Kantone warten mit Verboten noch zu, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur SDA ergab. Im Kanton Basel-Landschaft werde die Lage täglich beobachtet, hiess es. Bei weiterer grosser Hitze und ausbleibenden Niederschlägen könne die Lage innert ein paar Tagen heikler werden.

Gemäss dem hydrologischen Bulletin des Bundesamts für Umwelt (BAFU) führt die anhaltende trockene Witterung auch in den nächsten Tagen zu einer eher abnehmenden Wasserführung in den Fliessgewässern. In den durch Gletscherschmelze beeinflussten Gebieten dürften sich hingegen die Abflüsse stabilisieren oder sogar leicht zunehmen. (sda)

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