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Alphirt Andenmatten wusste nichts vom Wolf. Sonst hätte er gehandelt.- Nouvelliste
Diesen Sommer verlor Hirte Armin Andenmatten (54) zwei Rinder und mehrere Schafe. Ein Wolfspaar hatte seine Tiere auf der von ihm gepachteten Alp du Scex attackiert und teils gefressen.
Doch Andenmatten ist nicht zufrieden. «Meine Tiere hätten nicht qualvoll sterben müssen», sagt er zu SonntagsBlick. Zwei Monate vor dem ersten Schafsriss am 24. Juni erhielt die Walliser Jagddienststelle laut eigenen Angaben eine «relativ klare» Meldung, wonach ein Wolfspaar in der Nähe von Andenmattens Alp umherstreifte.
Zwei Spaziergänger hatten nur einen Katzensprung von der Alp du Scex entfernt, im Wald von Mollens VS, die beiden Wölfe bei einer Wasserleitung beobachtet. Pflichtbewusst meldeten sie dies den Behörden.
Doch die Kantonsbeamten verschwiegen Andenmatten die drohende Gefahr. «Auch die anderen Schafhalter in der Region wurden nicht informiert», kritisiert der Hirte. «Wenn ich von der Wolfspräsenz gewusst hätte, so hätte mir der Herdenschutz helfen können, meine Tiere zu schützen.»
Laut Peter Scheibler (51), Chef der Walliser Jagddienststelle, hatte es «keinen Sinn», den Alppächter zu benachrichtigen. Er hätte sowieso keine Schutzhunde erhalten.
Scheiblers Chef, der Eidgenössische Jagdinspektor Reinhard Schnidrig (50), widerspricht: «Wir konnten im Jahr 2010 sämtliche Hirten mit Herdenschutz-Massnahmen versorgen, welche diese Dienstleistung in Anspruch nehmen wollten.»
Der Bund rechnet in den nächsten Jahren mit einem Anstieg der Wolfspopulation von 20 auf 200 Tiere.
Das braucht viel Geld für Herdenschutzhunde. «Diese Kosten dürften sich in den nächsten Jahren verdoppeln», sagt Schnidrig.
Ein Wildhüter hat den Wolf vorige Woche erschossen.- Staatskanzlei Wallis