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Die rund 200 Jugendlichen im Alter von 14 bis 21 Jahren haben an diesem Wochenende während drei Tagen im Bundeshaus debattiert. Die diesjährige Jugendsession fand im Rahmen der Tage der offenen Tür des renovierten und umgebauten Parlamentsgebäudes statt und konnte von der Öffentlichkeit live verfolgt werden. Hauptthemen waren Jugendalkoholismus, Personenfreizügigkeit, Parteienfinanzierung, sowie die Zukunft der Armee.
Dienstpflicht auch für Frauen
Die Jugendsession steht der Armee kritisch gegenüber: Die Schweizerische Armee erweise sich trotz der Armeereform XXI. als unangemessen für die moderne Gesellschaft und ihre Bedürfnisse. Trotzdem wollen die Teilnehmer der Jugendsession die Dienstpflicht in der Armee beibehalten. Sie sei aber auf die Frauen auszudehnen. Jeder und Jede solle dann frei entscheiden können, ob er oder sie in den Zivilschutz, Zivildienst oder Militärdienst möchte.
Somit müssten in Zukunft auch alle Frauen ab 18 Jahren zum Dienst antreten. Aus der RS würde so definitiv eine Rekruten- und Rekrutinnenschule.
Alkohol: Schwarze Liste gefordert
Beim Thema Alkohol wollen die Teilnehmer härtere Massnahmen ergreifen. Wie die Veranstalter heute an einer Medienkonferenz in Bern darlegten, sind die Jugendlichen der Ansicht, dass die heutige Alkoholprävention neuen Phänomenen wie Rauschtrinken zu wenig Rechnung trägt. Sie fordern mit einer Petition, dass die Folgen von übermässigem Alkoholkonsum schonungslos dargestellt werden.
Der Bund soll dafür sorgen, dass die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken an Minderjährige besser kontrolliert wird. So sollen systematisch Testkäufe durchgeführt werden. Verkaufsstellen, die Jugendlichen Alkohol abgeben, sollen auf eine schwarze Liste gesetzt werden.
Mit überwältigendem Mehr sprach sich die Jugendsession für die Fortführung der Personenfreizügigkeit mit der EU und deren Ausdehnung auf Bulgarien und Rumänien aus, über die am 8. Februar 2009 abgestimmt wird. Eine weitere Petition verlangt, dass die Finanzquellen der politischen Parteien offengelegt werden, da Geld Macht bedeute.
Petitionen ernst nehmen
Die Petitionen der Jugendsession, eines Projektes der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV), wurden Ständeratspräsident Christoffel Brändli überreicht. Die Lobbygruppe «Forum Jugendsession» will dafür sorgen, dass die Petitionen nicht unbehandelt in einer Schublade verschwinden. (SDA/odj)