BERN – Wie lange soll das eigentlich noch weitergehen? Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi verlangt eine halbe Million von der Schweiz – und personelle Konsequenzen in Genf.
Vor wenigen Tagen nannte er die Schweiz die «Mafia der Welt» und sein Sohn Hannibal drohte an, er wolle unser Land mit einer Atombombe in Schutt und Asche legen. Am besten wäre wohl, das einfach zu ignorieren. Kann die Schweiz aber nicht. Denn seit über einem Jahr hält Gaddafi zwei Schweizer Geschäftsleute in Libyen fest. Praktisch als Geiseln.Hintergrund des Streits ist eine Aktion der Genfer
Polizei gegen Hannibal letzten Sommer. Der Gaddafi-Sprössling und seine Frau wurden von der Polizei festgenommen und verhört. Vorwurf: Misshandlung ihrer Diener.Jetzt setzt Vater Gaddafi noch eins drauf. Er verlangt von der Schweiz gemäss Westschweizer Fernsehen
TSR:Der zuständige Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa soll entlassen werden.Ebenfalls die drei Polizisten, die die Festnahme Hannibals vornahmen. Die Schweiz soll 500000 Franken an ein Hilfswerk in Libyen zahlen.Das ist happig. «Libyen verlangt von der Schweiz und dem Kanton
Genf, den Rechtsstaat auszuhebeln – ein Manöver, auf das sich kein souveräner
Staat einlassen kann», urteilt die «Neue Luzerner Zeitung».Und was sagt der
Bundesrat dazu? «Kein Kommentar», heisst es aus dem Departement von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey. (snx)