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In den beiden Solothurner 500-Seelen-Dörfern Lüsslingen und Nennigkofen ist Wohnraum knapp. Sehr knapp. Und kommt mal eine Immobilie auf den Markt, greift die «Kirschblütengemeinschaft» zu.
Die Gruppe kam am Sonntag in die Schlagzeilen, nachdem ein Psycho-Heiler, der ihr nahesteht, in Berlin zwei Patienten mit Drogen zu Tode therapiert hatte (im BLICK).
Und da sind noch Samuel Widmers umstrittene Sextherapien und Inzest-Thesen. «Sie treffen sich einmal wöchentlich. Schreien, heulen, weinen in der Gruppe», weiss eine Nachbarin. «Es könnte auch Sex sein, was man da hört.»
Widmers Heiler-Reich wird immer grösser: 18 Einfamilienhäuser und ein Wohnblock gehören dazu. Neuster Zukauf: ein Haus und ein Bauernhof in Nennigkofen. Eingetragen ist ein ganzes Grüppchen von Käufern. Man teilt eben alles.
Doch die anderen Einwohner beunruhigt das. «Wenn Junge im Dorf etwas kaufen wollen, haben sie keine Chance», sagt Landwirtin Manuela Derendinger (39). Immerhin, sonst sind ihr die «Kirschblütler» egal: «Was hinter den Mauern abgeht, interessiert mich nicht. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.»
Ein direkter Nachbar des eben gekauften Bauernhofs ist sauer: «Die legen Geld zusammen und sind über ihren Sex-Guru extrem gut organisiert. Haus um Haus geht an die.» In der Wohnstrasse «Rebe» ist Widmers Verein mit acht grossen Häusern mittlerweile in der Überzahl. «Der Sex-Guru kauft uns noch alle auf», fürchtet Sanitär-Lehrling Matthias Laubscher (19).
Gemeindepräsident Ernst Hürlimann sagt lieber nichts über die «Kirschblütler»: «Zu heikel.» Dafür spricht sein Vize Thomas Müller: «Wo wir können, geben wir Gegensteuer. So teilten wir eine Gemeindeparzelle auf, damit andere Dörfler auch eine Chance haben. Aber wenn Private an sie verkaufen, können wir nichts tun.»
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Psychotherapeut Samuel Widmer, Anführer der Kirschblütler. (Marcel Bieri/BLICK)