Tote, Verletzte, Verschüttete: Die dramatischen Stunden im Diemtigtal Hier verkündet der Einsatz-Leiter den Tod des Rega-Arztes

  • Publiziert: 04.01.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Corinne Landolt, Anna Vonhoff und Martin Meier

Der Arzt starb gestern Nachmittag. Auf der Suche nach verschütteten Skitourenfahrern.

Von Corinne Landolt, Anna Vonhoff und Martin Meier Bittere Stunden für den Rega-Einsatzleiter Gery Baumann. Bei einem verheerenden Lawinenunglück im Diemtigtal BE sterben nicht nur zwei Skitourenfahrer. Die Schneemassen begraben auch einen Rega-Arzt.

«Es ist besonders tragisch, wenn man einen eigenen Mann verliert», sagt Baumann am Abend vor den Medien. Fassungslos. Der Tag des Einsatzleiters war lang – und schwer.

11.25 Uhr Alarm bei der Rega: Lawinenniedergang am Drümännler! Mindestens ein Kamerad sei verschüttet, meldet eine Skitourengruppe per Handy.

11.45 Uhr Zwei Heli der Basis Zweisimmen BE treffen am Unglücksort ein. Die Suche nach Verschütteten beginnt.

12 Uhr Ein Skitourenfahrer ist durch seine Kameraden geborgen worden. Der Rega-Arzt versorgt den Geborgenen auf dem Lawinenkegel. Plötzlich kracht es.

12.06 Uhr Ein Heli-Pilot meldet eine zweite Lawine vor Ort. Mehrere Personen werden von den Schneemassen begraben. Darunter auch der Rega-Arzt.

12.20 Uhr Grossaufgebot: Je zwei weitere Helis von Rega, Bohag und Air-Glacier treffen am Lawinenkegel ein. Sie bringen drei zusätzliche Ärzte. Bei der Suche nach den Vermissten helfen insgesamt über hundert Retter und zwölf Lawinenhunde.

Für einen der Tourenskifahrer kommt jede Hilfe zu spät. Acht Personen werden lebend geborgen und mit teils schwersten Verletzungen ins Spital geflogen. Ein zweiter Skifahrer und der Rega-Arzt sterben im Spital. Der Zustand der sechs anderen Personen ist zum Teil kritisch.

17.47 Uhr Das Unglück am Drümännler zählt zu den schwersten Lawinenunglücken überhaupt.

17.54 Uhr Die Suche nach weiteren Vermissten wird abgebrochen. Wegen der Dunkelheit.

19.30 Uhr Medienkonferenz in Gesigen BE. Gery Baumann verkündet den Tod seines Kollegen und der beiden Skitourenfahrer.

Heute Morgen soll die Suche im Diemtigtal weitergehen.

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