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Laut Sonntagsmedien soll es «Zeichen aus Libyen» für die Rückkehr der Geiseln für gestern Sonntag gegeben haben. Aber wieder mal waren es leere Hoffnungen. Die Geiseln sassen bis Redaktionsschluss weiter in Tripolis fest.
Heute entscheidet sich, was aus dem Versprechen von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz (FDP) wird: «Spätestens bis zum 1. September sind die Geiseln zurück in der Schweiz.»
Für Merz steht dabei alles auf dem Spiel: Lässt Gaddafi auch diese Frist platzen, «verliere ich mein Gesicht», so Merz . Sollte seine eigenmächtige Kniefall-Mission scheitern, wolle er «die Konsequenzen tragen», hatte Merz gleich nach seiner Rückkehr aus Libyen angekündigt. Und die können nur «Rücktritt» heissen. Das haben unterdessen nicht nur Vertreter der SVP klipp und klar gefordert, sondern mit Christine Egerszegi sogar eine einflussreiche FDP-Politikerin.
Unterdessen sickerte durch, dass Gaddafi doch bereit gewesen sei, Merz zu empfangen. Laut «NZZ am Sonntag» traf nach Abschluss des Kniefall-Vertrags kurz vor dem Rückflug das Gesprächsangebot ein. Merz lehnte ab. Warum, ist sein Geheimnis. Verärgerte er damit den Diktator?
Dafür bemüht er sich, den Kniefall-Vertrag in allen Punkten zu erfüllen. Gestern haben Merz und Calmy-Rey fristgerecht unsere Vertreterin fürs Schiedsgericht ernannt, die britische Juristin Elizabeth Wilmshurst. Das Gericht soll morgen die Arbeit beginnen. Heute zeigt sich, was Gaddafi von Fristen hält.
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Hans-Rudolf Merz konnte auch gestern die Geiseln nicht begrüssen. (Keystone)