Heimleiter-Doppelmord in Spiez BE Massimo D. (48) soll verwahrt werden

Die Staatsanwältin hat heute im Prozess um den Doppelmord in Spiez ein düsteres Bild von Massimo D. (48) gezeichnet. Sie fordert eine lebenslängliche Strafe und die Verwahrung des Angeklagten.

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Am zweiten Prozesstag zum Doppelmord von Spiez folgten heute die Plädoyers. Als erste war die Staatsanwältin Barbara Wüthrich an der Reihe. Rund drei Stunden nahm sie sich Zeit, die Persönlichkeit des Angeklagten zu beschreiben.

In seiner Ehe von Massimo D. sei es zu Streit gekommen, sagte sie heute vor Gericht. Wegen unterschiedlicher Glaubensausrichtungen, wegen der Schwiegermutter. 2007 trennten sich die Eheleute.

Leicht reizbar, alkoholsüchtig – und eine Gefahr für die Gesellschaft

Der Angeklagte hat sich laut Staatsanwaltschaft zu einem anderen Zeitpunkt einmal als depressiv, leicht reizbar und sozialphobisch beschrieben. Mit Alkohol sei er erst der Mensch geworden, den er gerne gewesen wäre.

Massimo D. verfolgte alles interessiert. Er brauste nur kurz auf, als Staatsanwältin Barbara Wüthrich eine Aussage zu seinen beruflichen Aktivitäten machte.

Kleine Verwahrung gefordert

In ihrem Plädoyer forderte Wüthrich eine lebenslängliche Haftstrafe für den Angeklagten. Sie sieht es aufgrund der DNA-Spuren im Schlafzimmer des Heimleiters als erwiesen an, dass sowohl der Massimo D. wie auch sein damals noch minderjähriger Sohn Jesse zur fraglichen Zeit am Tatort waren. Massimo D. sei eine Gefahr für die Öffentlichkeit, deshalb forderte Wüthrich zusätzlich die so genannte «kleine Verwahrung». Diese muss alle fünf Jahre überprüft werden.

Die DNA-Spuren des Sohnes sind eindeutig. Vom Vater findet sich eine Mischspur. Sie besteht zur Hauptsache aus DNA des Heimleiters. Als Nebenkomponente wurde DNA des Vaters nachgewiesen.

Der Doppelmord im Spiezer Kinderheim

Im Mai 2013 wurde der Bernhard B. (†53), der Leiter des privaten Kinderheims an der Spiezer Bahnhofstrasse und seine damalige Freundin Rita B. (†51) brutal ermordet.

Anderthalb Jahre später wurden der Angeklagte und seine Sohn von der Polizei gefasst. Die Anklageschrift zeigt: Massimo und Jesse D. töteten im Blutrausch. Die Leichen wiesen über 100 Messerstiche auf. Laut einem Rechtsmediziner wurden zwei Waffen eingesetzt.

Tatmotiv? Rache. Der Sohn soll bei ­einem Heimaufenthalt zehn Jahre vor der Tat als Bettnässer gedemütigt worden sein. Heute sind die Plädoyers. Das Urteil wird am 13. Dezember verkündet.

Jesse D. steht nächste Woche vor dem Jugendgericht in Bern. Er sagte einer psychiatrischen Fachperson, er habe den Heimleiter und dessen Freundin alleine umgebracht. Will er seinen Vater schützen? (SDA/bih/btg)

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 06.12.2016 | Aktualisiert am 06.12.2016
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