Gurlitt-Cousine blitzt vor Gericht ab Nazi-Raubkunst bleibt in Bern

Das Kunstmuseum Bern kann das Gurlitt-Erbe antreten. Das Oberlandesgericht in München hat die Beschwerde einer Cousine Gurlitts abgewiesen.

Das Warten auf Gurlitts Erbe dauert an: das Kunstmuseum (Archiv) play
Das Warten hat ein Ende: Das Kunstmuseum Bern darf die Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt sein Eigen nennen. Keystone

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Das Oberlandesgericht in München hält den 2014 verstorbenen deutschen Kunsthändlerssohn Cornelius Gurlitt für testierfähig. Damit entscheidet das Gericht im Sinne des Kunstmuseums Bern. Gurlitt vermachte seine mutmasslich millionenschwere, aber mit Raubkunstverdacht behaftete Kunstsammlung überraschend der Berner Institution.

Eine Cousine des Verstorbenen hatte Einwände dagegen und zweifelte die Testierfähigkeit Gurlitts an. In erster Gerichtsinstanz drang die Cousine nicht durch. Heute hat nun auch das Oberlandesgericht München die Nachlassbeschwerde der Gurlitt-Cousine Uta Werner abgewiesen.

Das Gericht ist nicht davon überzeugt, dass der Erblasser bei der Errichtung des Testaments an einem Wahn oder einer Demenz litt, die die Testierfähigkeit aufgehoben hätte, wie das Gericht in einer Mitteilung schreibt.

Schliesslich hat das Münchner Gericht auch den Weg an den Deutschen Bundesgerichtshof nicht geöffnet. Damit ist der Entscheid rechtskräftig.

Allerdings heisst das noch nicht, dass damit die Erbangelegenheit zwingend beendet ist, wie das Oberlandesgericht München ausführte. Das Ergebnis eines Erbscheinverfahrens, wie es von der Gurlitt-Cousine angestrebt wurde, hat laut Münchner Oberlandesgericht keine Bindungswirkung in einem möglichen strittigen Zivilprozess. (SDA)

Publiziert am 15.12.2016 | Aktualisiert am 15.12.2016
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2 Kommentare
  • Karin  Schwegler 15.12.2016
    Und wetten der Herr Gurlitt kannte seine nette Cousine nicht mal. Schön wenn sich Familien wieder finden wegen Geld - auch wenn es nach dem Tod des eines ist.
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    15.12.2016
    Die Bezeichnung "Nazi Raubkunst" ist ohne jeden Beweis aufgeführt. Gerade was dieses Verbrecherregime anbelangt, schauen die Gerichte genau hin und haben sicherlich nicht leichtfertig die Freigabe beschlossen.
    Ohne wertend wirken zu wollen, andere Verbrechensregime ehemalige und jetzige werden wenn überhaupt sehr oberflächlich in dieser Hinsicht geprüft.
    Man könnte es sich ja noch mit jemandem verderben.