Radau gegen Polizei Gefährdet dieser Flaschenwurf den Reithalle-Vertrag?

BERN - Zum vierten Mal innert acht Tagen flog gestern nahe der Berner Reitschule eine Flasche auf ein Polizeiauto. Jetzt hat sich eine Gruppierung offen zur Provokation bekannt.

  • Publiziert: 16.10.2012
  • Von Roger Baur
play Polizeieinsatz gestern Nachmittag vor der Reitschule (Bild: Andreas Blatter/Berner Zeitung)

Der Zeitpunkt könnte nicht brisanter sein. Gestern Mittag treffen sich Stadtpräsident Alexander Tschäppät, Sicherheitsdirektor Reto Nause und Polizei zur Sitzung. Das Traktandum: Sicherheit bei der Reitschule.

Von dem Meeting wissen nur Eingeweihte. Doch gleichzeitig fliegt von der Neubrückstrasse eine Flasche auf ein Polizeiauto. Der Täter flieht in das alternative Berner Kulturzentrum Reitschule. Es ist der vierte solche Vorfall innert acht Tagen.

Heute früh bekennt sich «Die faulste Stadtguerilla der Welt» zum Flaschenwurf. Sie ist keine Unbekannte: Regelmässig ruft sie offen zur Gewalt gegen Behörden auf. 

SVP-Hess will handeln

«Ausgerechnet jetzt», sagen unisono Befürworter und Gegner der Reitschule zum neusten Vorfall. Denn ein neuer Leistungsvertrag mit der Stadt durchläuft ab nächsten Montag die vorberatende Kommission und kommt am 15. November vor den Stadtrat.

Er soll den Kulturbetrieb in der Reitschule wieder auf eine offizielle Basis stellen. Zehn Tage vor den Wahlen ist da ein Schlagabtausch garantiert.

«Das ist einmal mehr ein Zeichen, dass man den Vertrag nicht unterschreiben darf», sagt SVP-Stadtrat und Reitschul-Gegner Erich Hess. Er macht kein Geheimnis aus seinem Misstrauen gegenüber den Verantwortlichen. «Die Sicherheit hatten sie noch nie im Griff. Das war schon immer so.»

Bewusste Provokation

Doch Insider vermuten hinter der Gruppierung einen harten Kern, der eine friedliche Zusammenarbeit mit den Behörden bewusst sabotieren will. Ivan K., selbst der Reitschule nachstehend, beschreibt sie offen als «das immer gleich doofe Dutzend, das zuverlässig in heiklen politischen Phasen zu provozieren weiss.»

In einer Mitteilung grenzt sich die offizielle Reitschule selbst aber nur teilweise davon ab. Vielmehr wirft sie der Polizei vor, die anschliessende Durchsuchung sei «schikanös und für die Medien inszeniert» gewesen. Denn von den Verantwortlichen der Reitschule sei niemand in den Vorfall involviert.

Laut dem Generalsekretär Peter Tschanz von der Stadtberner Präsidialdirektion ist die rechtliche Lage aber klar. Die Ermittlungen dürfen heute und auch in Zukunft nicht behindert werden. «Ob mit oder ohne neuen Vertrag. Das war ein krimineller Akt, da gilt das geltende Recht.»

Beliebteste Kommentare

  • Steven  Müller , Basel
    reisst das ding endlich ab und steckt diese anarchisten nach Moskau zu "Pussy Riot" ins Arbeitslager!!!
  • Thomas  Minder
    Unglaublich wie sich die Behörden von Bern auf ihrer Nase rumtanzen lassen...für die Reithalle gibts nur eins...warm sanieren aber richtig und dann ein tolles Parking erstellen. Für die paar Asozialen und Linken die dort verkehren bezahlt die Stadt Bern die Miete, das kanns doch nicht sein!

Alle Kommentare (24)

  • Heinz  HAGER , Aarwangen
    Interessant ist,dass diese Chaoten für sich Rechte einfordern die sie der Polizei nicht zugestehen.Jeder normale Berner kann sich doch nicht dauerhaft provozieren lassen.Also,weg mit diesem Schandfleck.Schafft ein Parkfeld oder eine kleine Parkhalle mit Freifläche.Und die Chaoten schickt in ihre Heimatgemeinden.
  • Ruedi  Greub , Lotzwil , via Facebook
    Wenn ich ein Restaurant, Bar oder Disco führe und jedes
    Wochenende gibt’s vor meinem Lokal Radau,
    was glaubt ihr wie lange schaut die Behörde und / oder Polizei
    diesem Treiben zu?
    Ich glaube es würde keinen Monat vergehen bis mir die Bude geschlossen wird.
    Weshalb hat da eigentlich die Reithalle Sonderrechte?
    Ist so was nicht Begünstigung und somit Strafbar?
    Ich habe immer gedacht, daß vor dem Gesetz alle gleich sind.
    Scheinbar sind gewisse da gleicher.
    • 16.10.2012
    • 29
    • 9
  • Christian  Bähler , via Facebook
    Bern wird wohl eher die Polizei abschaffen als die Reitschule etwas kürzer an die Leine zu nehmen ;-
  • Paul  Oberson
    Diese Reithalle ist ein unglaublicher Schandfleck für Bern. Das so etwas in unserer Haupt Stadt geduldet wird ist unglaublich. Ich schreibe das Wort nochmals unglaublich. Die Stadt Bern und seine Politiker sollten sich schämen. Seit Jahrzehnten eine Schande für Bern. Wann ist endlich fertig lustig. Himmelhergottsakramentkruzitürkennochmal.
  • Tschulian  . , bern
    Liebe Reithallengegner. Leider muss ich hier feststellen, dass sehr viele Leute nur den Medien nachreden. Viele die sich hier über die Reitschule unterhalten waren sicherlich noch nie in der Reithalle. Bitte bildet euch zuerst ein Bild. Ein Bild heisst nicht mit dem Zug neben der Reitschule durchfahren und denken: Ou scheisse gseht das gruusig us oder es heisst auch nicht alles den Medien nachzureden. Einfach bedenklich eine solche Politik. Ich als Reithallen-Freund sage auch, dass was vor der Schule abgeht ist sicher nicht immer gut. Aber die kulturellen Anlässe, die Partys in der Halle sind einfach super. Und ich denke wenn man in ein Liquid geht oder in den Ex-Wankdorfclub werden dort bestimmt nicht weniger Drogen konsumiert und gibt es sicher auch nicht weniger Schlägereien. In der Halle sind alle Minderheiten akzeptiert. Es werden auch Leute akzeptiert mit nicht modischen Kleidern oder auch Leute mit einer anderen Lebenseinstellung.
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