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Schätzungsweise 700 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, darunter einige Schaulustige und viele Journalisten. Von einem grossen Ansturm kann also nicht die Rede sein. Die Organisatoren hatten bis zu 1000 Teilnehmer erwartet. Ob es wohl am regnerischen Wetter lag? Oder vielleicht doch am Aufruf gemässigter Organisationen, nicht an der Demo teilzunehmen?
Organisiert wurde die Kundgebung vom Islamischen Zentralrat Schweiz. Zu Beginn wurde zu einer friedlichen und ruhigen Teilnahme aufgerufen. Der Christbaum auf dem Bundesplatz dürfe nicht beschädigt werden. In den folgenden Reden wurde die Meinung geäussert, die Schweizer seien durch die rechte Propaganda getäuscht worden. Nicht alle Ja-Stimmer seien Islamhasser.
Nicolas Blancho, Schweizer Muslim und Mitorganisator, betonte, dass kein Muslim in der Schweiz je die Einführung der Scharia verlangt habe. Bei der Kundgebung gehe es auch darum, gegen die Desinformation anzukämpfen.
Die heutige Kundgebung war von der Stadt Bern bewilligt worden. Die Polizei war präsent, hielt sich aber im Hintergrund. Die Stimmung auf den Bundesplatz war sehr friedlich.
Deutscher Prediger kam nicht
Der Prediger Pierre Vogel befand sich nicht auf dem Bundesplatz. Er hatte gestern Abend vergeblich versucht, in Basel über die Schweizer Grenze zu kommen. Die Schweizer Behörden hatten zuvor ein Einreiseverbot gegen ihn verfügt. Es sei geplant gewesen, eine Grussbotschaft Vogels abzuspielen, doch hätten das die Schweizer Behörden verboten und an dieses Verbot halte man sich.
Propagandamaterial beschlagnahmt
Ein deutscher Muslim, der mit dem Auto unterwegs war, wurde von der Polizei kontrolliert. Dabei wurde Propagandamaterial beschlagnahmt. Auch einige Personen, die vermutlich der rechtsextremen Szene angehören, wurden kontrolliert. Es wurde dabei aber niemand verhaftet.
Älterer Mann abgeführt
Auf dem Bundesplatz wurde allerdings ein älterer Mann festgenommen. Polizisten in Zivil holten ihn aus der Menge heraus und führten ihn zu einem Kastenwagen. Wie die Kantonspolizei Bern auf Anfrage mitteilte, sei der Mann in der Menschenmenge zuvor durch provozierendes Verhalten aufgefallen. Er hatte in betrunkenem Zustand die muslimischen Redner beschimpft. (SDA/hgt)