Florapark-Mörderin: Warum konnte sie ausreissen?

  • Publiziert: 21.11.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

BERN – Sie war brandgefährlich und hatte Tötungsphantasien. Jetzt will der Kanton Bern untersuchen lassen, warum die Messermörderin vom Florapark immer wieder aus der Klinik abhauen konnte.

Die junge Frau, die in der Nacht auf Dienstag in Bern einen 52- jährigen Mann erstochen hatte, war polizeilich bekannt. Die Polizei hatte sie in den letzten Monaten 17 Mal aufgegriffen, wie Thomas Jauch, Sprecher der Kantonspolizei Bern, gestern Abend in «10 vor 10» sagte.

Schon als 16-Jährige hatte sie versucht, ihren Bruder mit einem Messer zu töten. Im Rahmen der damaligen Untersuchung hatte sie mehrfach Tötungsphantasien geäussert.

Die junge Frau wurde an die Universitären Psychiatrischen Dienste in Bern überwiesen. Zuständig für die medizinische Behandlung war die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Externer Experte soll abklären

Die Öffentlichkeit bewegt nach der Tat nun insbesondere die Frage, warum die polizeilich bekannte Frau nicht stärker unter Beobachtung war und immer wieder ausreissen konnte.

Die Vorabklärungen der Gesundheits- und Fürsorgedirektion hätten eine höchst komplexe Ausgangslage mit teilweise unklaren Tatbeständen gezeigt, heisst es in der Mitteilung des Kantons dazu.

Nun will der Kanton Bern einen externen Experten suchen und ihn mit der amtlichen Untersuchung beauftragen. Weiter Informationen wollen die kantonalen Behörden bis zum Vorliegen des Untersuchungsberichts nicht abgeben

Schreie im Park

In der Nacht auf Dienstag hatten Anwohner des Floraparks in Bern die Polizei alarmiert, weil sie Schreie hörten. Am Tatort konnten die Polizisten die junge Frau festnehmen. Sie hatte einen 52- jährigen Mann aus Sri Lanka mit einem Messer getötet.

Zuvor hatten die beiden im Park sexuelle Kontakte, die beide nach Angaben der Behörden freiwillig eingegangen seien. (SDA/bih)

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