Harte Schule für Berner Seehunde-Babys Fisch - oder stirb

So brutal ist die Natur: Die Seehunde-Babys im Berner Tierpark müssen lernen zu fressen. Und bis sie das können, müssen sie hungern.

  • Publiziert: 13.09.2012
  • Roger Baur
play Parzival und Yenga versuchen einen Fisch zu essen

Seehunde können ja so kaltschnäuzig sein. So auch die beiden Mütter Yuma und Pandorra. Am letzten Wochenende gabs nämlich plötzlich keine Muttermilch mehr für ihre Kleinen. «Das ist bei Seehunden immer so», sagt Tierpark-Direktor Bernd Schildger. «Die hören von einem auf den anderen Tag auf zu säugen. Dann müssen die Kleinen lernen, Fisch zu essen.»

Und genau das probieren Yenga und Parzival. Auf diese Namen wurden die Ende Juli geborenen Babys getauft, der Name wurde in einem Wettbewerb auserkoren. In einem abgetrennten Beckenbereich lernen sie, Fisch zu essen. «Sie sind bewusst hier abgetrennt, damit ihnen die Grossen den Fisch nicht wegessen.

Die Mama fehlt

Denn bis die beiden es geschafft haben, ists ein dramatischer Prozess. «Sie nehmen dabei zuerst ein halbes Kilo pro Tag ab. In der Wildnis sitzen sie dann jeweils auf Sandbänken und heulen, weil sie so Hunger haben.»

Aber eingreifen darf Tierpfleger Thomas Zurbuchen nicht. «Die Milch der Mutter war mit 45 Prozent sehr fetthaltig. Sie müssen lernen, viel Fisch zu essen, um das zu ersetzen.»

Doch es zeigte sich schon heute an der Taufe: Die neugierigen, 70 cm kleinen Seehündchen sind auf gutem Wege. Und haben mit knapp 18 Kilo noch etwas Reserve.

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