Bärenpark-Drama Finn zwischen Leben und Tod

  • Publiziert: 23.11.2009, Aktualisiert: 20.01.2012

BERN – Morgen entscheidet sich, ob der angeschossene Finn im Bärenpark seine «Kriegsverletzung» überlebt. Jetzt bekommt er starke Medikamente – und Trauben.

Dem knapp vierjährigen Bären geht es nach dem Zwischenfall «etwas besser», wie Bärenpark-Direktor Bernd Schildger heute sagte. Erst am Dienstag könne man aber mit einiger Sicherheit abschätzen, ob Finn ausser Lebensgefahr sei.«Er liegt viel, und wenn er sich bewegt, dann lahmt er», beschreibt Schildger die Situation. Wie Bärenpark-Sprecherin Judith Stoller gegenüber Blick.ch sagt, hat Finn heute auch «wieder etwas gefressen. Trauben, nehme ich an.» Beim ihrem Patienten sei neben dem Direktor ein Tierarzt und ein Pfleger.Finn liegt im Stall des Parks und vermeidet jede Bewegung. Er wird weiterhin mit Antibiotika und starken Schmerzmitteln und Kreislaufmedikamenten behandelt. Es gehe vor allem darum, eine allfällige Infektion zu bekämpfen, die das Geschoss anrichten könnte.Tierarzt: «Bären sind zäh im Nehmen»«Blei im Körper ist kein Problem», sagt Jean-Michel Hatt, Professor und Leiter der Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere in Zürich. Er kennt sich mit angeschossenen Tieren aus, allerdings sind dies in erster Linie Greifvögel. Trotzdem macht er Finn und seinen Fans Mut: «Bären sind zäh im Nehmen.»«Aber in Narkose sind sie keine einfachen Patienten,» so der Veterinär. Der Narkosestoff lagere sich im vielen Fett ab, was die Aufwachphase gefährlich verlängere. Jean-Michel Hatt hofft darum, dass Finn ohne Narkose durchkommt: «Als Tierarzt ist man da auf einer Gratwanderung. Besonders, wenn das Tier stirbt, heisst es schnell: Warum haben Sie nicht anders entschieden?»Verletzter Eindringling noch nicht befragtDie Polizei hatte am Samstag ein Mannstopp-Geschoss auf den Bären abgefeuert, worauf dieser vom Eindringling abliess (Blick.ch berichtete). Das Opfer, ein geistig behinderter 25-Jähriger, konnte noch nicht befragt werden. Das sagte Franz Märki, Sprecher der Kantonspolizei Bern, heute.Die polizeiliche Befragung werde sicher in den kommenden Tagen stattfinden. So lange dies nicht geschehen sei, könnten die Behörden keine weiteren Angaben machen – auch nicht dazu, ob der Mann alleine oder in Begleitung den Bärenpark besuchte. (SDA/bih/dip)

Top 3

1 Das sagt der Mörder über seine Komplizin Patric Suter: «Das geschieht...bullet
2 «Sauhund!» So wird Mörder Guido S. beschimpftbullet
3 Ärger bei Bern Tourismus Kein Gratis-ÖV-Ticket für Touristenbullet

Schweiz