Bärenpark-Drama «Es bricht mir das Herz – halt durch Finn!»

  • Aktualisiert am 02.01.2012
1 / 19 Bildern
Bildinformation einblenden

BERN – Das Bärenpark-Drama beschäftigt die Schweiz dieser Tage. Doch das Mitleid der Menschen gilt vor allem dem Bären Finn.

Der tragische Vorfall und das Schicksal von Finn erschüttert die Schweiz. Viele haben Mitleid, sind geschockt oder sogar erzürnt. Die Menschen würden den Bärenpark förmlich belagern, erzählt Direktor Bernd Schildger gegenüber 20.minuten.ch. Alle wollen wissen wie es Finn geht und die Honiggläser stapeln sich bereits.

Das Mitleid mit Finn überwiegt

«Ich hoffe der Bär ist nicht allzu schwer verletzt. Mit demjenigen der über den Zaun geklettert ist, habe ich kein Mitleid», schreibt zum Beispiel Blick.ch Leser Martin Wettstein aus Kloten. Und dieser Meinung sind viele. Das Mitleid für Mister Petz ist weit ausgeprägter, als das für sein Opfer.

«Eine Person in solche einem entrückten Geisteszustand sollte 24 Stunden unter Kontrolle und Obhut sein. Die arme Bär hat aus reinem Instinkt gehandelt und wurde letztlich von uns Menschen in diesen Park gepfercht – nun muss er auch noch für sein natürliches Verhalten büssen. Diejenigen, welche die Aufsichtspflicht für den Behinderten vernachlässigt haben, sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn dies dem Bären nicht mehr helfen wird», schreibt Rolf Ruede aus Biel.

War der Brustschuss wirklich nötig?

Ein weiterer Punkt, der die Gemüter der Schweizer erregt, ist der Schuss, mit dem Finn niedergestreckt wurde. Viele fragen sich, ob ein Warnschuss, ein Gummigeschoss, ein Betäubungsgewehr oder wenigstens ein besser platzierter Schuss nicht ausgereicht hätte. «Man kann doch auch einen Warnschuss abgeben, der Bär wäre mit Sicherheit geflüchtet, er muss doch nicht gleich mit einem Blattschuss erlegt werden. Fehler an Fehler und das bei einem Luxus-Bärengehege. Und der Dumme oder der Leidende ist der Bär. Das ist wirklich schlimm und sehr tragisch», beschwert sich Alexandra Weber aus Bern.

Auch Patrick Bucher aus Nussbaumen findet die Massnahme übertrieben: «Ich war viele Jahre im Schützenverein und diesbezüglich ein guter Schütze. Es gibt ja wohl nichts einfacheres als auf ein solch grosses, kaum verfehlbares Tier zu schiessen, ohne dieses lebensgefährlich zu verletzen.»

Ist ein Sicherheitsleck Schuld?

Nach dem schrecklichen Vorfall werden jetzt die Diskussionen über einen besseren Schutz des Bärengeheges laut. «Was da passiert ist hätte nie passieren dürfen. Wie war das eigentlich mit den X-Millionen die beim Bau des Geheges verschlungen und überschritten wurden? Wie wärs mit Überwachunskameras, und was bringen Zäune die im Abschluss nicht mit Strom abgesichert sind? Die eigentlichen Verantwortlichen sind die, die die Sicherheit des Geländes geplant haben. Vielleicht sollte der Zaun erhöht werden, so dass ein aktives Eindringen in das Reich der Bären unmöglich wird?», schreibt Heinz Burkhard aus Belp. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause hat diese Frage bisher so beantwortet: Ob das Sicherheitsdispositiv des Bärenparks anzupassen sei, bleibe offen.

Ein Voting der Blick.ch Leser fällt da eindeutiger aus. 66 Prozent halten den Vorfall für einen bedauerlichen Einzelfall, 22 Prozent sind dafür den Zaun zu erhöhen und nur 12 Prozent halten den Bärenpark insgesamt für einen riesigen Fehler.

Das Opfer konnte noch nicht befragt werden. (s5j)

Bernd Schildger, Direktor Baerenpark und Tierpark Daehlhoelzli.

Top 3

1 Bernerin wirbt für einen guten Zweck So schön kann ein Kondom-Model seinbullet
2 Bei Abfahrt gestürzt Skifahrer (46) stirbt in Grindelwaldbullet
3 AKW-Kampagne Ärger über «Couvert des Schreckens»bullet

Schweiz