Schweinegrippe Erste Schweizer Firma verbietet Händedruck!

  • Aktualisiert am 02.01.2012
  • Von Franziska Blaser, cash

Die Mitarbeiter der Mobiliar sind seit Dienstag angewiesen, keine Hände mehr zu schütteln. Versicherer wie Bâloise und Axa Winterthur verzichten auf diese Massnahme.

Um die Mitarbeiter vor einer Grippe-Ansteckung zu schützen, greifen Firmen zu radikalen Massnahmen. Bei Mobiliar etwa gilt ab sofort ein striktes Händedruck-Verbot. Der Grund: Die Mitarbeiter der Versicherung haben viel Kundenkontakt und sind damit einem hohen Risiko ausgesetzt, mit der Schweinegrippe angesteckt zu werden.

Am Dienstag erhielten alle Mitarbeiter einen Flyer, der sie auffordert, aus Schutz vor der Schweinegrippe keine Hände mehr zu schütteln. Das gilt sowohl intern in den Büroräumlichkeiten als auch extern, beim Kundenkontakt.

Damit die Kunden nicht verärgert sind, wenn ihr Versicherungsagent ihnen nicht wie gewohnt zur Begrüssung die Hand entgegenstreckt, tragen die Mitarbeiter im Aussendienst einen Button am Kragen. Auf dem Button sind zwei Hände abgebildet, durchgestrichen mit einem roten Kreuz. Darunter steht «Sorry» (siehe Bild).

Im Ernstfall werden Schutzmasken verteilt

Als weitere Massnahme zum Schutz der Angestellten hat die Mobiliar in den Toiletten Desinfektionsmittel-Spender installiert und die herkömmlichen Seifen durch desinfizierende ersetzt. Mit Merkblattern wurden die Mitarbeiter aufgefordert, täglich gründlich die Hände zu waschen und nicht in die Luft zu husten.

Die bestellten Schutzmasken bleiben vorerst im Lager. Man warte die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit ab, sagt Mobiliar-Sprecher Jürg Thalmann. Der firmeneigene Pandemiestab treffe sich regelmässig und werde im Ernstfall die Schutzmasken verteilen lassen.

Bâloise verschickte «Pandemie-Päckli»

Auf ein Händedruck-Verbot verzichten die Versicherer Bâloise und Axa Winterthur bisher. Man habe keine offizielle Weisung abgegeben, sagt ein Sprecher der Axa Winterthur. Bei der Bâloise werden zur Zeit auf den Toilettenanlagen Desinfektionsmittel installiert. Als weitere Massnahme hat das Unternehmen bereits Mitte August den knapp 4000 Angestellten per Post ein «Pandemie-Päckli» nach Hause geschickt.

Die Aktion kostete rund 50`000 Franken. Im Päckli enthalten sind 100 Schutzmasken, 50 Handschuhe und Desinfektionsmittel. Das Set sei präventiv abgegeben worden, sagt Bâloise-Sprecher Amos Winteler. «Wir möchten keine Hysterie aufkommen lassen, aber für den Ernstfall gewappnet sein.»

Hände weg! Sollen wir im Kampf gegen die Schweinegrippe Umgangsformen opfern?

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