Nachtleben in Bern Dringend gesucht: Freie Keller

BERN - Alexander Tschäppäts Idee: Mehr Clubs in der oberen Altstadt. Hats hier noch Platz?

  • Publiziert: 05.06.2012
  • Von Markus Ehinger
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Insomnia-Club: Eines der wenigen Ausgehlokale in der Berner Spitalgasse.

(Markus Ehinger)

Über 10'000 Leute sind am Wochenende für eine lebendige Stadt und ein attraktives Nachtleben auf die Strasse gegangen. Jetzt ist die Politik an der Reihe, diese Anliegen in die Tat umzusetzen.

Wo soll das Berner Nachtleben pulsieren? «Ich schlage in der Berner Altstadt einen qualitativen Schnitt beim Zytglogge vor», sagt Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) heute in der «BZ». «Zwischen Bahnhof und Zyt­glogge wohnen wenig Leute. Da können wir uns überlegen, das Nachtleben gegenüber dem Wohnen zu priorisieren.» In der unteren Altstadt solle man hingegen hauptsächlich wohnen.

Ausgeh-Lokale bevorzugen

Nur: Hat es in der oberen Altstadt überhaupt noch Platz für weitere Nachtlokale? Erst Mitte April eröffnete in der Spitalgasse 35 der Club Insomnia. Dafür schloss das Caffè Roma. «Nebst der Spital- und Marktgasse gäbe es sicher noch weitere Möglichkeiten», sagt Sven Gubler, Direktor der Innenstadtorganisation «BERNcity» und Präsident der vereinigten Altstadtleiste. Er kann zwar nicht konkret freie Lokale nennen, «aber wenn Räume leer stehen, müsste oder könnte man ­allenfalls Ausgeh-Lokale ­bevorzugen». Den «qualitativen Schnitt» von Stapi ­Tschäppät erachtet Gubler als prüfenswerte Idee.

«Eine lebendige Altstadt braucht hier wohnende Leute und Gäste. Das bringt unter anderem auch ein subjektives Sicherheitsempfinden.» Gubler gibt aber zu bedenken, dass eine Umsetzung einer Ausgangszone in der oberen Altstadt nicht von heute auf morgen erfolgen könne. «Nur eine einzige Einsprache kann solche Ideen massiv verzögern.»

Ein weiteres Problem: Die Mietzinse in der oberen Altstadt sind hoch. Gubler hofft trotzdem, dass wie in der unteren Altstadt zwischen Bahnhof und Zytglogge ein Nebeneinander von Wohnen und Party möglich sein wird. l

Alle Kommentare (1)

  • Peter  Möri
    Tanz durch Bern, Du wirst erhört! Ja keine Befehle oder Anordnung einer Behörde mehr annehmen. Hr Tschäppät, es gibt wichtigere Angelegenheiten zu regeln als Freiräume für Jugendliche zu "suchen". Wie wäre es, wenn statt an Freiräume an eine Arbeit gedacht würde??? Wie steht es für Freiräume für normale Menschen?? Was sich in Bern abspielt ist weit weg von Normalem.
    • 06.06.2012
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