Muni David in der Bschütti Drei Tiere fallen in dasselbe Güllenloch

UEBESCHI - BE - Die Feuerwehr muss Muni David aus dem Bschüttiloch von Peter Häberli hieven. Das war nicht ihr erster Einsatz auf dem Hof. Bereits ein anderer Muni und eine Kuh sind in der Grube gelandet.

  • Publiziert: 12.10.2012
  • Von Céline Trachsel

David ist wieder bei seinen Weibern. 45 Kühe sind sein «eigen». Jede muss er einmal pro Jahr befruchten. So ganz zu Hause fühlt sich der 4-jährige Muni auf der Weide in Uebeschi BE aber noch nicht, denn er ist erst vor zwei Monaten auf Peter Häberlis Hof eingetroffen. Und dann das: Vergangene Woche fällt das 5000 Franken teure und 1,2 Tonnen schwere Tier ins «Bschüttiloch».

Elf Feuerwehrleute müssen ihn aus seiner misslichen Lage befreien, die Aktion gestaltet sich sehr kompliziert. «Wir waren nicht zu Hause, mein Junior hat das Tier am Sonntagmorgen dort entdeckt», sagt der 55-jährige Landwirt. «Zum Glück hat er richtig reagiert und die Gülle sofort abgepumpt. David blieb unverletzt.» Physische Probleme habe der Muni keine davongetragen.

Doch wie konnte das passieren? «Missliche Zustände sind das auf dem Hof, der Bauer wusste, dass die Tiere zu schwer sind für die Bretter auf dem Gülleloch», sagt einer aus dem kleinen Dorf unweit von Thun, der anonym bleiben will. Denn David ist nicht das erste Tier, das in die Bschütti fiel.

Vor sieben Jahren fand sich Davids Vor-Vorgänger in derselben Lage wieder, vor 15 Jahren sah erstmals eine Kuh die 80 Kubikmeter gros­se Grube von unten. «Die Kühe haben dort gar keinen Freilauf», verteidigt sich ­Peter Häberli. Sie hätten sich selbständig gemacht und ein Gatter aufgestossen. «Weil sie an die Mineralien und ans Heu wollten», vermutet der Landwirt.

Ausserdem wollte Peter Häberli das Loch längst mit Metallplatten abdecken. Doch diese wurden monatelang nicht geliefert.Ein Tag nach dem Unglück handelt der 55-Jährige: Er hat die ­sicheren Abdeckungen umgehend angefordert und sofort montiert. Von misslichen Zuständen auf dem Hof kann keine Rede sein, wie ein Augenschein vor Ort zeigt: Die Kühe grasen friedlich, die Weide ist weitläufig. «Das Fleisch ist Natura Beef, wir haben eine tierfreundliche Mutterkuh-Haltung», sagt Häberli. Er liebe seine Tiere – und sorge gut für sie.

Beliebteste Kommentare

  • Mart  Web , Santa Nirgendwo
    Und als nächstes fällt ein Kind hinein?
    Besser sichern, das Gülleloch!

Alle Kommentare (4)

  • Pollner  Josef
    Einer der seine Tiere schlachtet, damit er seinen Geldbeutel füllen kann, der liebt sein Einkommen und nicht die Tiere.
  • Mart  Web , Santa Nirgendwo
    Und als nächstes fällt ein Kind hinein?
    Besser sichern, das Gülleloch!
  • Herbert  Kessler
    Welches Glück, werden endlich die Tierhalteprämien abgeschaft!
    45 Milchkühe ?
  • August  Sommerhalder , Amriswil
    Solchem Schlaumeier von Bauer werden noch Direktzahlungen und Subventionen, Treibstoff-Rückerstattung + Zuchtprämien bezahlt. Da muss sich jeder Handwerker ziemlich blöd vorkommen.

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