Drei Schweizer am Monte Rosa abgestürzt So heimtückisch war die Monster-Wechte

AOSTA (I) - Wechten sind kaum zu erkennen und können jederzeit abbrechen. Die gefährlichen Schneeablagerungen haben auch schon prominente Bergsteiger in den Tod gerissen.

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Ausserordentlich gross: Die Abbruchstelle der Wechte am Monte Rosa. 

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Am Sonntag um 7 Uhr sind am Monte Rosa drei Schweizer ums Leben gekommen. Die Bergsteiger waren mit einer Wechte auf rund 4400 Metern Höhe rund 800 Meter in die Tiefe gestürzt. «Es war eine aussergewöhnlich grosse Wechte», sagt Kurt Winkler, Lawinenwarner beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung, zu BLICK.

Wechten entstehen, indem der Wind Schnee hinter eine Geländekante transportiert und ablagert. Winkler: «Dieses hochgelegene Plateau am Monte Rosa, wo der Wind darüber fegt, ist prädestiniert für die Bildung von Wechten.»

Diese Wechte sei nicht innert ein paar Tagen entstanden, sagt Winkler. «Bis eine Wechte eine solche Dimension erreicht, braucht es relativ lange.» Wechten könnten jederzeit abbrechen, das Klima habe darauf keinen Einfluss.

Wahre Grösse meistens nicht zu erkennen

Die Schneeablagerungen sind daher heimtückisch. Zu sehen sind sie oft nur von unten. Winkler: «Wenn man drüber läuft, ist die wahre Grösse der Wechte meistens nicht zu erkennen.»

Die drei Leichen können noch nicht geborgen werden. Bergretter Simone Bobbio, zu BLICK: «Eine Bergung ist zu gefährlich. Die Leichen sind von Geröll verschüttet worden. Weil noch mehr herunter kommen könnte, müssen wir warten, bis es kälter wird.»

Am 6. März 2002 war die erfolgreiche Marathon-Läuferin Franziska Rochat-Moser (†35) bei einem Bergunfall getötet worden. Auf einer Skitour oberhalb Les Diablerets VD brach unter ihr und zwei Freunden eine Wechte und riss sie rund 500 Meter in die Tiefe. Der Wechten-Abbruch löste zudem eine Lawine aus, welche die Frau des Starkochs Philippe Rochat verschüttete. (gf/noo)

Publiziert am 29.08.2016 | Aktualisiert am 08.01.2017
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4 Kommentare
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    30.08.2016
    Das ist die Natur - die Berge und der Mensch meint er wäre stärker. Wie dumm sind wir denn - wer die Natur missachtet bezahlt mit dem Leben - so ist das Gesetz nun mal.
    ewz
  • Joe  Di Marco 29.08.2016
    Aussagen Retter: Sie haben die Auf / Abstiegsspur zum Fotografieren verlassen, ist auf den Bildern gut zu sehen, und sind zu nahe an das Wechtenende herangetreten. Bei diesen Temperaturen und um die späte Tageszeit ein leider tödlicher Fehler
  • Thomas  Zürcher 29.08.2016
    Die Berge holen sich immer wieder ihre Opfer.Risiko ist nicht immer beherrschbar und im alpinen Bereich bleibt der Tod immer ein Seilgefährte.Der Erwachsene Mensch ist grundsätzlich mündig und frei in seinen Entscheidungen. Es ist sein Recht, Abenteuer, Unsicherheit, Gefahr, Wagnis und Risiko zu suchen.
  • Rex  Schweizer 29.08.2016
    ja Wechten sind gefährlich und jetzt wo es so warm ist noch mehr. Als vernüftiger Bergsteiger sollte man bei diesen Temperaturen auch auf Hochalpine Touren wie hier jetzt am Monte Rosa aus Sicherheitsgründen verzichten. Die Unfallgefahr ist zu gross. Und der Berg läuft nicht davon. Sodass die Tour auch verschoben werden kann. Oder wenn es zu Riskant wird umkehren.Ein Spruch von einem erfahrenen Bergführer hat heute noch seine Gültigkeit.Umkehren braucht mehr Mut als etwas durchzustieren...