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Bärenpark-Drama: «Es bricht mir das Herz – halt durch Finn!»

BERN – Das Bärenpark-Drama beschäftigt die Schweiz dieser Tage. Doch das Mitleid der Menschen gilt vor allem dem Bären Finn.

Aktualisiert um 15:29 | 23.11.2009
Nach der dritten Nacht steht der angeschossene Bär wieder auf. (Bärenpark Bern)
Der Bär liegt im Stroh. In seinem Pelz steckt eine Medikamenten-Gewehrspritze. (ZVG)
Tief ist die Wunde am Einschussloch in Finns rechter Brustwand. (ZVG)
Angriff: Finn stürzt sich auf den Eindringling. Nur knapp überlebt der geistig behinderte Alex. (Marc Beyeler/Keystone)
An Kopf und Bein blutend, liegt der Mann regungslos im Gras. (Marc Beyeler/Keystone)
Der Bär schubst sein Opfer im Gehege umher. (Marc Beyeler/Keystone)
Feuerwehrmänner bergen den Verletzten aus dem Bärenpark. (Marc Beyeler/Keystone)
Bären-Junge Finn, als er noch im Tierpark Dählhölzli lebte. (Keystone)
Bär, was begehrst du mehr? Noch guckt sich Finn etwas skeptisch im neuen Stall um. Doch schon bald gehts zum ersten Mal in die grosse Anlage – der allerschönsten weit und breit. (Karl-Heinz Hug)
(Keystone)
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Macht Männchen – und hoffentlich Junge: Braunbär Finn. (Keystone)
Sicht auf das Gehege des Baerenpark mit dem Treppengelaender und der dahinter liegenden Mauer, ueber die ein Mann am Samstag, 21. November in das Gehege kletterte und auf das Rasenstueck darunter fiel.
Pelziger Schwertransport: Viele Männer waren nötig, um Fell-Koloss Finn, 250 Kilo, umzugsgerecht zu verpacken und ihn in den neuen Berner Bärenpark zu bringen.. (Karl-Heinz Hug)
Bergung des Verletzten im Bärenpark. (Keystone)
Der Bärenpark kurz vor seiner Eröffnung: Im Bereich der Betonwand links unten hat sich die Bärenattacke ereignet. (Keystone)
Der tragische Vorfall und das Schicksal von Finn erschüttert die Schweiz. Viele haben Mitleid, sind geschockt oder sogar erzürnt. Die Menschen würden den Bärenpark förmlich belagern, erzählt Direktor Bernd Schildger gegenüber 20.minuten.ch. Alle wollen wissen wie es Finn geht und die Honiggläser stapeln sich bereits.

Das Mitleid mit Finn überwiegt


«Ich hoffe der Bär ist nicht allzu schwer verletzt. Mit demjenigen der über den Zaun geklettert ist, habe ich kein Mitleid», schreibt zum Beispiel Blick.ch Leser Martin Wettstein aus Kloten. Und dieser Meinung sind viele. Das Mitleid für Mister Petz ist weit ausgeprägter, als das für sein Opfer.

«Eine Person in solche einem entrückten Geisteszustand sollte 24 Stunden unter Kontrolle und Obhut sein. Die arme Bär hat aus reinem Instinkt gehandelt und wurde letztlich von uns Menschen in diesen Park gepfercht – nun muss er auch noch für sein natürliches Verhalten büssen. Diejenigen, welche die Aufsichtspflicht für den Behinderten vernachlässigt haben, sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn dies dem Bären nicht mehr helfen wird», schreibt Rolf Ruede aus Biel.

War der Brustschuss wirklich nötig?


Ein weiterer Punkt, der die Gemüter der Schweizer erregt, ist der Schuss, mit dem Finn niedergestreckt wurde. Viele fragen sich, ob ein Warnschuss, ein Gummigeschoss, ein Betäubungsgewehr oder wenigstens ein besser platzierter Schuss nicht ausgereicht hätte. «Man kann doch auch einen Warnschuss abgeben, der Bär wäre mit Sicherheit geflüchtet, er muss doch nicht gleich mit einem Blattschuss erlegt werden. Fehler an Fehler und das bei einem Luxus-Bärengehege. Und der Dumme oder der Leidende ist der Bär. Das ist wirklich schlimm und sehr tragisch», beschwert sich Alexandra Weber aus Bern.

Auch Patrick Bucher aus Nussbaumen findet die Massnahme übertrieben: «Ich war viele Jahre im Schützenverein und diesbezüglich ein guter Schütze. Es gibt ja wohl nichts einfacheres als auf ein solch grosses, kaum verfehlbares Tier zu schiessen, ohne dieses lebensgefährlich zu verletzen.»

Ist ein Sicherheitsleck Schuld?


Nach dem schrecklichen Vorfall werden jetzt die Diskussionen über einen besseren Schutz des Bärengeheges laut. «Was da passiert ist hätte nie passieren dürfen. Wie war das eigentlich mit den X-Millionen die beim Bau des Geheges verschlungen und überschritten wurden? Wie wärs mit Überwachunskameras, und was bringen Zäune die im Abschluss nicht mit Strom abgesichert sind? Die eigentlichen Verantwortlichen sind die, die die Sicherheit des Geländes geplant haben. Vielleicht sollte der Zaun erhöht werden, so dass ein aktives Eindringen in das Reich der Bären unmöglich wird?», schreibt Heinz Burkhard aus Belp. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause hat diese Frage bisher so beantwortet: Ob das Sicherheitsdispositiv des Bärenparks anzupassen sei, bleibe offen.

Ein Voting der Blick.ch Leser fällt da eindeutiger aus. 66 Prozent halten den Vorfall für einen bedauerlichen Einzelfall, 22 Prozent sind dafür den Zaun zu erhöhen und nur 12 Prozent halten den Bärenpark insgesamt für einen riesigen Fehler.

Das Opfer konnte noch nicht befragt werden. (s5j)
Bernd Schildger, Direktor Baerenpark und Tierpark Daehlhoelzli.
Bernd Schildger, Direktor Baerenpark und Tierpark Daehlhoelzli.
Das sagen Blick.ch-Leser
R. Lüthi, SG - 13:35 | 24.11.2009
» Wenn ich die Einträge hier so lese kommt mir spontan ein Zitat von Albert Einstein in den Sinn: „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher..“ - Dieses Jöö-Gehabe und dieses Verhätscheln dieses Bären geht mir so auf den Geist!
Anna barolina, Aargau - 00:55 | 24.11.2009
» Ich bin mit Reto Güdel gleicher Meinung, mir bricht es auch das Herz immer wieder anzusehen wie wehrlose Tiere behandelt werden, in was für eine kranke Welt leben wir eigentlich noch? Der Mensch alleine ist für alles Verantwortlich, der Mensch alleine zerstört die Natur, immer heisst es es handelt sich um Menschenleben, aber das Tier hat auch ein Herz und eine Seele und kann sich nicht einmal wehren. Halte durch Finn, du bist ein toller Kerl und wirst es schaffen!
Reto Frei, Oberentfelden - 23:50 | 23.11.2009
» Ich frage mich wie die situation wäre wen nun ein kind in das Bärengehäge geklettert were... Ich möchte hier dem Polizisten noch zu seinem Mut Gratulieren. Immerhin hat er ein menschenleben gerettet...
Rolf Weber, Schliern - 23:45 | 23.11.2009
» Einiges sollte zu denken geben... Seit wann haben "normale" Polizisten eine Maschinenpistole bei sich? Und wieso spezialmunition, welche im Militär wohl als Dumdum-geschosse verboten wäre (grosse Schadwirkung im Körper, bzw. beim verlassen). Und wieso hat man rein gar nichts von Warnschüssen gelesen? Ich denke, da war ein Polizist froh endlich mal im Ernstfall schiessen zu dürfen, ein Schelm wer da an Rambolinos denkt... Und wieso gibts Überwachungskameras und Securitas? Nur damit sie nach eine
Peter Brunold, Milano - 22:06 | 23.11.2009
» schickt doch eure Bäärli wieder zurück nach Sibirien und all die "Jööö-wie-süss-Bäärli-mit-dem-herzigen-flauschi-pelzli" Leserbriefschreiber gleich mit. Ist ja absurd was hier einige Möchtegern-Tierlischützer für einen Mist hinschreiben.
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