
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Nacht vom 4. auf den 5. März wird die Service-Angestellte Elian W.* (33) nicht so schnell vergessen. Sie steigt nach Feierabend in ihr Auto in Naters und will nach Hause fahren. Als sie ihm Fahrzeug sitzt, nähert sich unbemerkt ein maskierter Mann und reisst die Fahrertüre auf.
Der Räuber bedroht die 33-Jährige mit einer Waffe und will ihr Portemonnaie. Doch Eliane W. weigert sich. Da drückt der Mann ab. Zum Glück «nur» mit einem Soft-Air-Gun. «Ich wusste ja gar nicht, dass die Waffe nicht echt ist. Sonst hätte ich mich noch viel rabiater gewehrt. Ich hatte Angst um mein Leben», sagt die mutige Frau gegenüber Blick.ch.
«Erst als er schoss, wurde mir klar, dass das nur eine Plastikkugel ist. Sie streifte mich, aber ich hatte nur einen Kratzer auf der Wange», so die 33-Jährige.
«Er ist noch ganz jung»
Trotz der Verletzung im Gesicht, wehrt sich Eliane W. weiter, worauf der Räuber sie mehrmals mit der Faust schlägt. Der Mann verliert die Nerven. «Die Handtasche! Gib mir die Handtasche, du blöde Kuh!», schreit er sie an.
«Die Mütze hatte er sich ins Gesicht gezogen. Aber weil ich meine Handtasche nicht hergeben wollte, wurde er nervös. Er schob die Mütze hoch – da hab ich die Sommersprossen gesehen. Und sein Gesicht – er ist wirklich ganz jung», sagt die 33-Jährige.
Schliesslich gelingt es dem Mann, ihr die Handtasche zu entreissen. Der Räuber rennt davon. «400 Franken waren in der Tasche – das Stockgeld aus dem Restaurant Pöschtli. Und meine ganzen Karten und Ausweise», sagt Eliane W.
«Jetzt kaufe ich wieder Pfefferspray»
Die Service-Angestellte hat den Übefall, abgesehen vom Kratzer an der Wange, ohne Schaden überstanden. «Ich bin am nächsten Tag schon wieder arbeiten gegangen. Mir gehts ja gut, körperlich fehlt mir nichts. Und auch sonst ging mir die Tat nicht so nahe. Erst jetzt, wo die Polizei die Meldung herausgab, merke ich, was eigentlich passiert ist. Das war schon ‹gfürchig›, so im Nachhinein.»
Das Fahndungsbild der Polizei treffe das Gesicht des Räubers ziemlich gut, findet Eliane W. «Allerdings sieht er in Wirklichkeit noch jünger aus als auf dem Bild.» Der Täter sei 15 oder 16 Jahre alt und zirka 1.60 Meter gross. Zudem habe er auffallend viele Sommersprossen und eine Brille mit silbernem Gestell getragen. «Vom Dialekt her und weil er zu Fuss unterwegs war, würde ich sagen, dass er in Brig oder Naters wohnt», erklärt Eliane W.
Eindruck hinterlassen hat der Überfall auf die 33-Jährige aber schon. Sie werde in Zukunft wieder vorsichtiger sein, wenn sie nachts nach Hause gehe. «Ich hatte ja einen Pfefferspray, aber den hab ich erst kürzlich meiner Schwester weitergegeben. Jetzt kaufe ich mir wieder einen, für mich.»
*Name der Redaktion bekannt
So sieht der Mann aus, der den Überfall begangen haben soll.- Kapo VS