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Urchig: Bundesrat Ueli Maurer in seinem Büro. (ZVG)
Die Wirtschaft steht unter Druck. Von der Bau- bis zur Maschinenindustrie. Auch weil die Nationalbank nichts gegen den zu hohen Euro tut. Überall wird rationalisiert. Sonst gehen noch viel mehr Unternehmen unter. Strukturwandel tut weh. Deshalb braucht es flankierende Massnahmen. Deshalb braucht es eine gute Arbeitslosenversicherung.
Den Bauern steht in der Schweiz nur 1 Million Hektar Land zur Verfügung. Schlicht und einfach weil die Schweiz nicht grösser ist. Jede Bauernfamilie kann – wenn sie das Land bekommt – locker 100 Hektar bewirtschaften.
10 000 schöne Bauernhöfe wären genug. Oder 30 000 Nebenerwerbs-Landwirte. Die Bauern erhalten jedes Jahr vier Milliarden Franken Subventionen. Im Durchschnitt 4000 Franken pro Hektar. Trotzdem sind die landwirtschaftlichen Rohprodukte im Alpenland Schweiz fast doppelt so teuer wie im Alpenland Österreich.
Neue Ehrlichkeit im Klartext: Die Landwirtschaft ist gleich ineffizient wie die Armee. Auch die Armee kostet die Steuerzahler mehr als 4 Milliarden im Jahr. Und die Wirtschaft – wegen der 6 Millionen verplemperten Diensttage – noch einmal so viel.
Wegen dieser beiden Misswirtschaften haben wir in der Schweiz 500 000 Kühe und 200 000 Soldaten zu viel. Zu teure Lebensmittel und eine zu teure Armee schaden dem Standort Schweiz.
Der ehemalige Bauernsekretär Ueli Maurer verkörpert mit seinem Büro die Welt der unproduktiven Schweiz. Der gelernte Bauernsekretär sitzt unter einem Hornbach-Holzgalgen. Vollbehangen mit drittklassigen Kuhglocken, vorab aus dem urbanen Kanton Zürich. Eine Hand bohrt Maurer in sein Ledersofa. Die andere versteckt er in einem undefinierbaren Plüschmonster. Am Boden stehen Holz-Chueli. An der Wand hängen billige Soldaten-Poster. Kein Landfraueli würde im hinteren Simmental mit einem solchen Stand Heimat-Kitsch an Touristen verkaufen können.
Das Bild verwirrt, wie Maurer selbst: Es braucht keine Kampfflugzeuge. Und keine Panzer. Die Artillerie ist sowieso überflüssig. Und Abrüsten kostet auch viel zu viel.
Die Bauern jammern. Die Militärs jammern. Statt mehr Effizienz wollen sie mehr Geld vom Steuerzahler. Wie lange können Bauernbürokraten und Oberste mit uns das Kalb machen?
Und was denken die Israelis – bei der Analyse dieses Bildes – über den Chef der besten Armee der Welt?
* Peter Bodenmann war von 1990 bis 1997 Präsident der SP Schweiz. Heute Hotelier in Brig.
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Peter Bodenmann. (Keystone)