BERN - Deppen, Dreck und Dosenbier: Eine Ausstellung in Bern zeigt die abstrusen Folgen von Billig-Skitourismus in Österreich. In der Schweiz geht man derweil genau in eine andere Richtung.
In seiner Heimat ist Lois Hechenblaikner bereits ein vielgeschmähter Mann. Die Ausstellungen des Österreichers werden regelmässig verschrien und verklagt. Nun hat der Fotograf in Bern Asyl gefunden. Das Alpine Museum zeigt seine Ausstellung «Intensivstationen». Die wirft einen erschreckend ehrlichen Blick hinter die Kulisse des alpinen Tourismus.
Da gibts etwa hydraulische Rohrsysteme zu sehen, die Alkohol aus riesigen Tanks direkt in die Alphütte pumpen. Oder viele Berge, aber nicht die aus dem Prospekt. Sondern Berge von leeren Fässern, von Harassen, von Abfall. Besonders interessant: Kein Motiv wurde illegal fotografiert, alles ist offen zu sehen. Nur schaut halt in der Regel keiner hin.
Klasse statt Masse in der Schweiz
Auch Jerun Vils, Präsident der Destination Berner Oberland, kennt die Bilder. «Wir haben in der Schweiz eine andere Strategie. Wir setzen auf Qualität statt auf Quantität.»
Das heisse etwa, dass im Berner Oberland keine neuen Skigebiete erschlossen werden, während Österreich immer noch zubaue. «Wir dürften nicht vergessen», sagt Vils, «unser bestes Produkt ist die intakte Natur.»
Gerade Destinationen wie Interlaken ist deshalb in den letzten Jahren gelungen, eine neue, teils weit her gereiste Kundschaft anzuziehen.
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Was übrig bleibt: Abfallberge aus den Alpen im Berner Alpinmuseum.
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