Anti-Minarett-Initiative Deshalb ist Merz dagegen

  • Aktualisiert am 20.01.2012

BERN – Bundespräsident Merz ruft dazu auf, die Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» am 29. November abzulehnen. In einer Videobotschaft erklärt er, wieso.

In der Schweiz lebten Angehörige der verschiedensten Religionen, hält der Bundespräsident in der Botschaft auf der Website des Finanzdepartements fest. Sie praktizierten ihren Glauben friedlich – «die einen im stillen Kämmerlein, andere in Gotteshäusern. Die religiöse Toleranz hat also Tradition in der Schweiz.»Viele Religionen würden nach Aussen sichtbare Symbole verwenden. «Zum Beispiel Kirchen, Synagogen, Minarette. Ich sehe diese Symbole als Ausdruck unserer vielfältigen Gesellschaft», so Merz.«Wir leben eine multikulturelle, offene Schweiz», sagt Merz. Alle sollten ihren Glauben aktiv ausüben können, auch Muslime. «Die überwiegende Mehrheit der Muslimas und Muslime in der Schweiz ist gut integriert. Sie respektiert unsere Gesellschaftsordnung», betonte Merz weiter.«Den Ruf des Muezzins wird es hier nicht geben»Er selbst habe im arabischen Raum gearbeitet. Und er erinnere sich gut an die Minarette und an den Muezzin, der die Gläubigen rief. «Es ist wie der Kirchturm mit seinen Glocken, der zum Gottesdienst ruft», erklärt Merz.Auch in der Schweiz sollen die Muslime mit den Minaretten ihren Glauben leben. Aber: «Den Ruf des Muezzins wird es hier nicht geben.»Er erinnere sich auch an die Gastfreundschaft im arabischen Raum. Diese wolle er den Muslimen hier ebenfalls bieten. «Wir alle können diese Gastfreundschaft beweisen», sagt der Bundespräsident. «Nicht nur indem wir die Symbole anderer Religionen bei uns dulden, sondern auch indem wir uns aktiv mit Andersgläubigen auseinandersetzen.»Der Bundesrat hat schon verschiedentlich Stellung gegen die Anti-Minarett-Initiative bezogen. (gux/SDA)

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