Der Protest des Hanf-Königs verpufft

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SITTEN VS – Gar nicht easy, Mann: Der Hanf-König Bernard Rappaz kann rekurrieren wie er will – seine Strafe bleibt gleich. Er ist jetzt auch vor dem Walliser Kantonsgericht abgeblitzt.

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Das Gericht bestätigte die von der ersten Instanz wegen Betäubungsmitteldelikten ausgesprochene Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten.

Rappaz hatte das Urteil der ersten Instanz vom November 2006 angefochten und einen umfassenden Freispruch gefordert, da er sich mit Hanfanbau nie bereichert habe. Gleichzeitig hatte auch die Staatsanwaltschaft rekurriert und eine Verschärfung der Strafe auf 10 Jahre Zuchthaus verlangt.

Wie aus dem heute publizierten Urteil hervorgeht, ist das Kantonsgericht nun zur Überzeugung gelangt, dass die Bezirksrichter den Fall richtig beurteilt haben.

Tonnenweise Drogenhanf produziert

Rappaz habe von 1997 bis 2001 auf mindestens 30 Hektaren Hanf anbauen lassen. Der grösste Teil davon sei für den Betäubungsmittelhandel bestimmt gewesen. Rappaz habe davon u.a. 1735 kg Hanfharz und 65 kg Haschisch produzieren lassen und damit einen Umsatz von 4,2 und einen Gewinn von 2 Millionen Franken erzielt.

Zudem habe er im November 2001 über 52 Tonnen Hanf und Folgeprodukte mit einem Verkehrswert von 35 Millionen Franken aufbewahrt, die ebenfalls für den Konsum als Betäubungsmittel bestimmt gewesen seien.

Gleichzeitig teilte das Kantonsgericht die Auffassung der Bezirksrichter, dass auch Rappaz Geschäftsgebahren strafrechtlich relevant war. Das Gericht sprach ihn der ungetreuen Geschäftsbesorgung schuldig.

Daneben wurde Rappaz auch der Geldwäscherei, einfachen Körperverletzungen, schweren Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz und verschiedenen Verstössen gegen die Sozialversicherungs-Gesetze schuldig gesprochen.

Um den Gang ins Gefängnis zu verhindern, hat der Cannabis- Aktivist nun noch die Möglichkeit, das Urteil ans Bundesgericht weiterzuziehen. (SDA)

Jahrelanger Einsatz für Hanf-Legalisierung

Der 55-jährige Rappaz, der seit Jahren für eine Legalisierung von Cannabis-Produkten kämpft, sass schon mehrmals wegen Betäubungsmitteldelikten im Gefängnis. Bei den Verhandlungen vor dem Kantonsgericht im letzten August hatte er erklärt, dass er sich nicht vorstellen könne, erneut ins Gefängnis zu gehen: «Ich würde wieder einen Hungerstreik beginnen und vielleicht als Hanf-Märtyrer sterben.» Bereits heute, im laufenden Abstimmungskampf zur Initiative «Für eine vernünftige Hanfpolitik», versucht Rappaz mit einem Hungerstreik auf sein Anliegen aufmerksam zu machen. Er fastet nach eigenen Angaben nun schon 34 Tage.
Rappaz – vor dem Hungerstreik. play Hatte mit seinem Rekurs keine Chance: Bernard Rappaz. (Keystone)

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