Street View Datenschützer gibt Google 30-Tage-Frist

  • Publiziert: 14.09.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Dem Datenschutz-Beauftragten Hanspeter Thür reichts: Er hat Google eine 30-Tage-Frist gesetzt Street View zu verbessern. Ansonsten will er klagen.

Google Street View schützt die Privatsphäre nicht ausreichend. Nach dieser Erkenntnis hat der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür mehrere Empfehlungen an Google gerichtet, den Internetdienst zu verbessern. Frist: 30 Tage, ansonsten droht er mit Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht. Seit der Aufschaltung des Onlinedienstes Google Street View Mitte August seien bei ihm wie auch bei Google Switzerland zahlreiche Beschwerden eingegangen, teilte der Datenschutzbeauftragte mit. Die Hinweise betrafen fehlende Unkenntlichmachung von Gesichtern oder Autonummern.Die Forderungen des DatenschützersZum Schutz der Privatsphäre sei es unabdingbar Gesichter und Autonummern vollständig unkenntlich gemacht werden, sagt Thür. Er fordert daher:Eine vollständige Verpixelung von Gesichtern und AutokennzeichenAnonymisierung im Umfeld heikler Einrichtungen wie Spitäler, Schulen oder Gefängnissen. Aufnahmen von Privatstrassen ohne Einwilligungen müssten gelöscht werden.Orte, die eingezäunt und so von einer Strasse aus nicht sichtbar sind, dürfen auf Google Street View ebenfalls nicht gesehen werden. Kameras, die solche Einblicke möglich machen, müsse Google entfernen. Google habe die Zuschriften zwar zügig erledigt und geplante Aufnahmen vorgängig bekannt gegeben. Trotzdem fand Thür zahlreiche nicht genügend anonymisierte Aufnahmen. Nach einer Beschwerde Thürs reichte Google Verbesserungsvorschläge ein. Diese seien jedoch mangelhaft, begründete der Datenschützer sein Ultimatum.Google findets enttäuschendGoogle zeigte sich «sehr enttäuscht» über Thürs Standpunkt, schrieb Google-Anwalt Peter Fleischer heute. Seine Firma habe sich bemüht, ein umfangreiches Paket von Lösungen anzubieten. Google werde notfalls jeder Klage «energisch» entgegentreten, reagierte Fleischer auf Thürs Ultimatum.Street View ist eine Erweiterung von Google Maps. Der Dienst wurde vor rund drei Wochen in der Schweiz lanciert. Virtuell via Internet besucht werden können sieben Schweizer Städte. (SDA/s5j)

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