BERN - Unter dem Bundeshaus entdeckten Archäologen die Überreste eines alten Spitals. Die überraschend gute erhaltenen Gemäuer können am Donnerstag frei besichtigt werden.
Zuerst waren es Gemüsegärten. Dann ein jüdischer Friedhof und schliesslich ein riesiges Spital. Der Boden, auf dem das Bundeshaus steht, hat eine lange Geschichte zu erzählen. Sanierungsarbeiten am Ostflügel legten nun das vorläufig letzte Kapitel frei: Überreste des alten Berner Inselspitals.
Konkret handelt es sich um den Keller des Spitals. Die Wölbungen, die Treppen, die alten Mauern – von den Räumlichkeiten ist immer noch überraschend viel zu sehen. Der Boden hat sie über 150 Jahre lang konserviert, seit das 1718 erbaute Spital dem Bundeshaus Platz machen musste.
Tag der offenen Ruine
Denn das alte Inselspital war ziemlich schnell zu klein für die Stadt Bern. Anfänglich bestand es aus 45, später aus 82 Betten. Bevor es dann nach dem Abbriss an seinen heutigen Standort ausserhalb des Stadtzentrums zog.
Die Überreste verschwanden beim Bau des Bundeshauses im Boden und wurden nun in vierwöchiger Arbeit wieder freigelegt. Allerdings nur für kurze Zeit: Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Überbleibsel wieder in der Erde verschwinden, wo sie auf natürliche Weise erhalten bleiben. Vorher aber kann sie die Öffentlichkeit noch besichtigen: Übermorgen Donnerstag von 16 bis 19.30 Uhr. Die Führungen beginnen jeweils zur vollen und zur halben Stunde von Neuem.
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