Sorry: Darbellay krebst zurück
BERN – Keine neuen Friedhöfe für Muslime oder Juden. CVP-Chef Darbellay bereut jetzt diese provokative Aussage: «Es tut mir leid! So habe ich das nicht gemeint.»
Was hat Darbellay genau zur Friedhofsfrage gesagt? Hier der Ausschnitt aus der Diskussion:
Darbellay: «In Zukunft, das muss ich sagen: Keine Ausnahmen mehr schaffen!»
Moderator: «Auch nicht für jüdische Friedhöfe?»
Darbellay: «Die, die es gibt, soll man behalten. Aber in Zukunft sollte man keine separaten für Muslime machen.»
Moderator: «Für keine Religion?»
Darbellay: «Nein. (...) Es gibt so viele neue Sekten und spirituelle Bewegungen. Wenn man für jede ein Sonderzügli fahren will, geht das nicht mehr.»
Und was will Darbellay damit gemeint haben? «Es ging mir ums Prinzip: Wir gehören alle zur gleichen Schweizer Gemeinschaft», erklärt der Parteipräsident. Davon solle es möglichst wenige Ausnahmen geben. «Aber das kann man nicht in 15 Sekunden erklären», entschuldigt er sich.
Juden sauer
Die Reaktion auf Darbellays gestrige Forderung sind heftig. Der Chefredaktor von «Tacheles», Yves Kugelmann, sagte gegenüber dem «Tagesanzeiger»: «Was Darbellay herausposaunt, ist ein Rückschritt hinter die Aufklärung und völlig unchristlich» Und der Generalsekratär der israelischen Cultusgemeinde Zürich, Frédéric P. Weil, erklärte: «Wenn Herr Darbellay diese Aussage gemacht hat, ist dies bedenklich und für uns nicht akzeptabel. Wir hoffen, dass die Anti-Minarett-Initiative nicht der Startschuss gewesen war, die Religionsfreiheit in diesem Land einzuschränken.»
CVP: Vergeben, vergessen
Die CVP ist eiligst bemüht, den Darbellay-Schnitzer wieder auszubügeln und versucht, die Aussage ihre Präsidenten möglichst in ein anderes Licht zu rücken: Mit seiner Forderung nach einem jüdischen ujnd muslimischen Friedhofsverbot habe sich Darbellay vor allem gegen eine «Sonderbewillgung für kleine Sekten» ausprechen wollen. Die Aussage sei unglücklich gewesen, so CVP-Generalsekretär Tim Ney gegenüber «News».
- Robert Aeschlimann, Bern - 19:38 | 04.12.2009
- » Liebe CVP,lieber Herr Darbellay,man kann über Herrn Blocher sagen was man will,aber wen er etwas gesagt hat und das war nicht wenig,dann hat er sich meines Wissens nie entschuldigt.Man sollte sich schon im Voraus überlegen ob es wichtig ist,das die Welt erfährt was man denkt.Nun es beweist eines.Wenn wir uns schon nicht verstehen,wie soll das mit den Zuwanderen funktionieren?
- Mehmet Özcan, Zürich - 14:21 | 04.12.2009
- » Was ich jedoch nicht ganz verstanden habe und mich brennend interessieren würde ist, was Herr Darbellay mit der Aussage: " «Nein. (...) Es gibt so viele neue Sekten und spirituelle Bewegungen.» meint. Sieht er den Islam als eine Sekte oder sieht er Sekten als eine Weltreligion?
- Mehmet Özcan, Zürich - 14:17 | 04.12.2009
- » Fremd im eigenen Land, danke Schweiz!
- Mehmet Özcan, Zürich - 14:14 | 04.12.2009
- » Mein Kommentar richtet sich an die, die den Islam als WELTreligion verurteilen. Wer von euch kann von sich behaupten seine eigene (Christentum) Religion zu kennen?! Geschweige, den eines Moslems. Wer von Zwangsheirat, Verstümmelung etc. spricht kennt diese Religion bei weitem kein bisschen. Diese Dinge haben überhaupt nichts mit dieser Religion zu tun. Jeder 3. der sich gegen den Islam ausspricht hat überhaupt keine Ahnung von dieser Religion oder den Kulturen der islamischen Regionen. Traurig
- Dieter Zehnder, Spiegel - 14:09 | 04.12.2009
- » Wäre diese Aussage von einem rechten Parteipräsidenten (SVP, SD) gemacht worden, hätten die Linken, Grünen und sogenannt Mittleren sofort öffentlich seinen Rücktritt gefordert und ein Wahnsinnsgeschrei inszeniert.










