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27 Mitglieder des Skiclubs Rubigen sind gestern auf einer Skitour im Diemtigtal. Die Tourleiterin bemerkt die prekäre Schneebeschaffenheit und entscheidet, dass die Gruppe nur noch auf die nächste Anhöhe hinaufsteigt. Ein Weitergehen wäre bei diesen Verhältnissen zu gefährlich. Dann beginnt für die Rubiger das Drama.
«Als die vordesten Leute unserer Gruppe auf den Hügel kamen, sahen sie den ersten Lawinen-Abgang am ‹Chummli›», sagt Bernhard Scherz , Tourenchef vom SC Rubigen, gegenüber Blick.ch. «Drei Engländer haben die Lawine ausgelöst. Sie hatten im steilen Abhang die Sicherheitsabstände nicht eingehalten», so Rubiger, der das Drama von einem Hügel in der Nähe mitansehen musste.
Schnelle Hilfe
Einer der Engländer wird verschüttet, kann aber schnell von seinen Kollegen geborgen werden. «Der Heli der Rega war auch sofort da und ein Arzt kümmerte sich um den Verletzten», sagt Scherz. «Drei von uns eilten dem Arzt zu Hilfe, um die schweren Koffer zu tragen.»
Rund 20 Leute befinden sich mittlerweile auf dem Lawinenkegel. «Plötzlich löste sich die zweite Lawine und als sich die Staubwolke legte, waren alle 20 Menschen weg», schildert Bernhard Scherz die Katastrophe.
«Sofort suchten wir nach den Verschütteten. Den Rega-Arzt und einen Engländer haben wir in 2,5 Meter Tiefe gefunden.» Auch die drei Männer des SC Rubigen werden geborgen. Einer ist bereits tot. Ein zweiter stirbt später im Spital. Insgesamt sterben vier Menschen in der Lawine. Drei werden nach offiziellen Angaben vermisst.
Bernhard Scherz kann sich aber vorstellen, dass noch mehr Menschen unter den Schneemassen begraben liegen. «Wenn zwei Personen, zum Beispiel aus dem Ausland, alleine unterwegs waren, werden sie wohl nicht als vermisst gemeldet.» Natürlich sei dies aber reine Spekulation.
Tourleiterin macht sich Vorwürfe
Nach mehreren Stunden auf der Suche nach verschütteten Kollegen, werden die Mitglieder des SC Rubigen per Heli ins Tal gebracht. «Die Rettungskräfte wollten uns nicht mehr auf den Skis hinunter fahren lassen», sagt Scherz.
Der Skiclub Rubigen hat gestern zwei Mitglieder verloren, die ihre Hilfsbereitschaft mit dem Leben bezahlen mussten. Die Tourleiterin mache sich grosse Sorgen und Vorwürfe, erklärt Scherz. «Doch sie kann ja für das alles überhaupt nichts dafür und hat eigentlich alles richtig gemacht.»
Aufgrund des schlechten Wetters konnte die Suche nach den Vermissten heute nicht fortgesetzt werden. Die Kantonspolizei Bern und die Rettungsdienste werden heute um 17 Uhr in einer Pressekonferenz informieren, wie die Rettungsaktion weiter verlaufen soll.
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Bernhard Scherz hat das Lawinen-Drama hautnah miterlebt. (ZVG)