Chloroform-Unhold in Brig vor Gericht: «Ich wollte nur Schamhaare gucken»

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BRIG - VS - Chloroform-Unhold Urs B. (62) steht seit heute vor dem Kreisgericht Oberwallis. Er soll 50 Mädchen betäubt und missbraucht haben. Vor Gericht zeigt er sich aber uneinsichtig.

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Der Chloroform-Unhold Urs B. steht wegen sexueller Handlungen mit Kindern, wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung vor Gericht. Insgesamt soll er sich an rund 50 Mädchen vergangen haben! Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von 10 Jahren und eine einfache Verwahrung.

Nach dem Staatsanwalt kam eine Privatklägerin zu Wort. Sie sei im Jahr 1989 von Urs B. an einem Fest im Wallis mit einem Messer auf der Toilette bedroht und vergewaltigt worden. Sie fordert eine Genugtuungssumme von 100000 Franken.

Die Delikte gehen bis ins Jahr 1996 zurück. Damals wurden mehrere Mädchen im Sport- und Freizeitcenter Fiesch VS sexuell belästigt. Urs B. drang nachts ins Center ein und betäubte die schlafenden Mädchen, bevor er sich an ihnen verging. Heute vor Gericht zeigt sich Urs B. uneinsichtig: «Ich habe den Unsinn gelesen. Das ist nie geschehen! Für mich ist eine Berührung bereits eine sexuelle Handlung. Und ich habe die Mädchen nie berührt.»

Er ist ein Schamhaar-Fetischist

Er bestreitet nicht, dass er zum Tatzeitpunkt dort war. Auch nicht, dass er die Mädchen betäubt und ihnen die Schlafanzüge aufschnitt. Doch in einer früheren Vernehmung gab er zu Protokoll, dass er nur «Schamhaare sehen» wollte. Er habe die Mädchen nicht sexuell missbraucht.

Eine Privatklägerin, die als 13-Jährige in Fiesch mit aufgeschnittenem Pijama und Unterhose erwachte, fordert vom Angeklagten die Bezahlung ihrer jahrelangen Psychotherapie. Sie habe nach dem Vorfall einen Schock erlitten. Seither könne sie nur noch schlafen, wenn das Zimmer komplett verriegelt sei. Ausserdem fiel nach dem Vorfall durch den Schock ihre Regel aus – sie befürchtete damals eine Schwangerschaft. Ausserdem fordert das Opfer eine Genugtuung von 7500 Franken.

Sein Verteidiger sagte vor Gericht, dass Urs B. nur ein Drittel der Taten nachgewiesen werden könne. Dafür fordert er eine 6-jährige Freiheitsstrafe, begleitet von therapeutischen Massnahmen. Die vom Staatsanwalt geforderte Verwahrung lehnte der Verteidiger ab.

Für den Rest fordert er einen Freispruch, «in Dubio pro Reo», im Zweifel für den Angeklagten. Die Voraussetzungen für eine Verwahrung sei nicht gegeben. Ausserdem passten die Vergewaltigungen nicht in sein Täterprofil. Urs B. sei ein «Voyeur» und ein «Schamhaar-Fetischist», so der Verteidiger.

Drei Schülerinnen im Internat missbraucht

Schweizweit Aufsehen erregten die ihm zur Last gelegten sexuellen Übergriffe im Jahr 2000 auf drei Schülerinnen des Waadtländer Nobelinternats LAiglon College in Villars-sur-Ollon. Das Waadtländer Internat liegt nahe der Grenze zum Kanton Wallis.

Der Mann war in das Zimmer von drei Internatsschülerinnen im Alter von 14 bis 15 Jahren eingedrungen und hatte die Mädchen betäubt. Am Tatort fand die Polizei Spermaspuren. Auch hier bestreitet Urs B. nicht, dass er anwesend war. Doch: «Das war kein Sperma, was die Polizei gefunden hat. Da hat die Staatsanwaltschaft schlecht recherchiert.»

Speichelproben waren ergebnislos

Nach der Tat im Internat waren vom Schulpersonal und von den männlichen Schülern über 14 Jahren Speichelproben genommen und mit den am Tatort gefundenen Spuren verglichen worden. Die DNA-Analysen ergaben keine Übereinstimmung.

Aufgrund dieses Vorfalls beschloss das britische Königshaus, die beiden Töchter von Prinz Andrew und Sarah Ferguson nicht in das Schweizer Nobelinternat zur Schule zu schicken. Die Royals zogen die Anmeldung zurück.

Erst 2007 verhaftet

Auf die Spur des Angeklagten kam die Solothurner Polizei 2007, als sie sein DNA-Profil in die CODIS-Datenbank (Combined DNA Index System) eingab. So konnte der Berner, der eine Zweitwohnung im Kanton Wallis besass, schliesslich an seinem Wohnort in der Region Olten SO verhaftet werden.

Der mutmassliche Täter erregte das Interesse der Solothurner Polizei, weil er sich in einer Sportanlage in die Mädchengarderobe geschlichen hatte. Schon 1979 war der Mann zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zudem wurde er psychologisch behandelt. (gca/num/SDA)

Alle Kommentare (11)

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    ...wollte nur Schamhaare sehen..., dann soll er sich solches Zeug übers Internet konsumieren und bestaunen oder ein Puff besuchen (kostet halt eine Kleinigkeit!), dann braucht er kein Chloroform, macht sich nicht strafbar und braucht dabei kein schlechtes Gewissen zu haben. So wie er es angestellt hat besteht immer die Gefahr, dass es auch zu einer Vergewaltigung kommen kann (oder vielleicht schon mal kam). Ev. hat er die Chance, durch eine Therapie von seinem Fetischismus frei zu kommen?
    • 28.06.2011
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    Geht doch mit diesem Unhold auch an See spatzieren, das therapiert ihn sicher und abhauen wird er sicher nicht, er ist ja sonst vollkommen normal.
    Sein Verteidiger auch gleich mitschicken!
    • 28.06.2011
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    Ein bekannter Sexualstraftäter, welcher bereits 10 Jahre im Knast sass, liess man ohne Kontrolle laufen, wusste nicht mal, wo er wohnte und hatte wiederum freie Bahn? Wer hat das zu verantworten? Man weiss seit Jahren, dass Sexualstraftäter ihr ganzes Leben lang rückfällig werden, weil solche Lustgefühle und sexuelle Spezialitäten NIE zu therapieren sind! Entweder verwahren oder kastrieren, denn wo bleibt der Schutz für die vielen Mädchen, welche er schamlos, hinterhältig u. abscheulich benutzt?
    • 28.06.2011
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    .... dieses Individium solltte nie mehr, aber auch wrklich gar nie mehr, unter Leute kommen. Jetzt ist einfach mal Ende der Fahnenstange - verdammt nochmal!!!
    • 28.06.2011
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    Die kriminelle Energie dieses Subjekts zeigt sich in seinen Aussagen doch mehr als deutlich! Die gesamte Psychotherapie war ein voller Schuss in den Ofen! Ins Zuchthaus und mit den schweren Jungs in den Hofgang. Die Herren werden es ihm dann schon beibringen wie man sich als Opfer fühlt! Runter mit den Samthandschuhen! Jetzt wird konservativ therapiert!
    • 27.06.2011
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