Chauffeuse (55) leistete beim Berner Massencrash Erste Hilfe «Ruft mehr Ambulanzen!»

BERN - Eine Massenkarambolage mit zehn Autos forderte am Samstagmorgen in Bern neun Verletzte. Regina Käsermann war als eine der Ersten am Unfallort. BLICK hat mir ihr gesprochen.

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Regina Käsermann (55) arbeitet bei der Firma Betax, die auf Rollstuhl- und Liegetransporte spezialisiert ist, als Chauffeuse. Am Samstagmorgen war sie mit ihrem Fahrzeug von der Betax-Zentrale in Bümpliz-Oberbottigen BE auf dem Weg zum Spital Sonnenhof in Bern, um eine Patientin abzuholen. Zu BLICK sagt sie: «Die Sonne schien sehr grell. Ich dachte noch: Ui, das wird gefährlich.»

Kaum hatte sie das gedacht, sah sie auf der A6 bei der Ausfahrt Wankdorf vor sich mehrere Autos auf der Autobahn stehen. Ein Mann sass einige Meter davon entfernt auf dem Asphalt. Regina Käsermann erkannte sofort den Ernst der Lage. «Das war ein grober Unfall. Ich hielt an und stellte den Warnblinker an.»

Der Massencrash bei Bern forderte neun Verletzte.  play
Der Massencrash bei Bern forderte neun Verletzte. 

Zwar hatte bereits jemand die Polizei und Ambulanz alarmiert. Regina Käsermann rief aber ihr Geschäft an, um ihre Mitarbeiter über den Unfall zu informieren und diese aufzufordern: «Ruft noch mehr Ambulanzen!»

Die Chauffeuse zog sich ihre orange Warnweste über und kümmerte sich um den Mann am Boden. Er hatte Kopfverletzungen und das Bein gebrochen.

«Der Airbag war zerplatzt, der Sitz kaputt»

Auch eine Krankenschwester vom Spital Sonnenhof war anwesend. Zusammen schauten sie in die Fahrzeuge, um zu entscheiden, wer als Erstes Hilfe brauchte.

In einem Auto entdeckte Regina Käsermann eine Autofahrerin, die eingeklemmt war. «Der Airbag war zerplatzt, der Sitz kaputt.» Regina Käsermann reichte der verletzten Frau die Hand und redete ihr gut zu. Käsermann: «Ich sagte, dass schon bald Hilfe komme und sie ruhig atmen soll.»

Einen solchen Unfall hat Regina Käsermann noch nie erlebt. Zu BLICK sagt sie: «Es war strub.» Trotz der Aufregung: Nach rund einer Stunde setzte sie sich wieder in ihr Auto, um ihre Arbeit fortzusetzen.

Publiziert am 10.12.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016
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3 Kommentare
  • Mirjam  Widmer , via Facebook 11.12.2016
    Ich bin gestern kurz nachdem dieser unfall passiert ist, dort durchgefahren. Der anblick war furchtbar...da genügend helfer dort waren, wollte ich nicht im wege stehen. Aber grossen respekt an die frau käsermann für ihre grossartige tat und meine arbeitskolegin aus dem sonnenhof!!!! Alle gaffer wo sich immer noch gefallen finden an solchen situationen,sollten sich ein beispiel an den 2 frauen nehmen!!!! Hut ab an alle helfen!!!
  • Stefan  Meier 10.12.2016
    Immer mehr sieht man dass so einige NUR mit dem so lässigen Tageslicht unterwegs sind. Selbst bei NEBEL oder REGEN. Bei solchen Wetterbedingungen ist Abblendlicht vorgeschrieben, somit auch die Rücklichter eingeschaltet sind. Damit man auch von Hinten besser sichtbar ist! Auch der/die Fahrer/in sollte das Denken nicht nur dem Fahrzeug überlassen(Sensoren). Gute Fahrt. Danke.
  • Thomas  Zürcher 10.12.2016
    Wir können von einem Wunder reden das es keine Toten gab.Da waren viele Schutzengel unterwegs!Meistens gehen solche Massenkarambolagen nicht so glimpflich aus.Allen Verletzten schnelle Genesung und das sie das Spital schnell wieder verlassen können um mit ihren Liebsten Weihnachten zu feiern.