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Einer wartete im Auto, die übrigen vier betraten gestern Nachmittag das Schmuckgeschäft am Interlakner Höheweg – und fackelten nicht lange: Sie bedrohten die drei Verkäuferinnen und einen Sicherheitsangestellten mit einer Faustfeuer- und einem Messer. Dann fesselten sie den Security-Mann und zwei der Verkäuferinnen, während die dritte Verkäuferin gezwungen wurde, die Vitrinen zu öffnen.
Die Russen im Alter von 23 bis 41 Jahren räumten alles ein, was ihnen in die Hände fiel. Dann verstauten sie den Schmuck im Wert von mehreren hunderttausend Franken in mitgebrachten Taschen und zwangen alle vier Angestellten, sich gefesselt auf den Boden zu legen.
Was die Räuber nicht bemerkt hatten: Einem der Angestellten war es trotz Fesseln gelungen, den stillen Alarm auszulösen.
Opfer erlitten leichte Verletzungen
Eine Hotel-Angestellte aus der Nachbarschaft erzählt gegenüber «Blick am Abend»: «Unser Chef sagte, wir sollten drinnen bleiben.» Ein anderer Nachbar sagt, er habe die Alarmanlage blinken sehen. «In Interlaken ist man sensibilisiert, Überfälle gibt es immer wieder.»
Dank dem aktivierten Alarm war die Polizei bereits im Anmarsch, als sich die drei Männer durch den Hintereingang in Richtung Fluchtauto aus dem Staub machen wollten. Die Polizei nahm die Gangster in Empfang, gerade als diese ins Auto einsteigen wollten.
Die geschockten Opfer erlitten teilweise leichte Verletzungen. «Es sind vor allem Schürfungen von den Fesseln. Die Männer gingen nicht gerade sanft mit den Angestellten um», sagte eine Sprecherin der Kapo Bern gegenüber Blick.ch.
Zum letzten spektakulären Überfall kam es im April 2008, als drei Russen die Bijouterie Bucherer, ebenfalls am Höheweg, überfielen. Schon damals konnte die Polizei die Räuber beim Verlassen des Geschäfts verhaften.
Die Polizei untersucht, ob die fünf Russen für weitere, ähnliche Raubüberfälle verantwortlich sind. (gux)