Amoklauf in Biel – Grosseinsatz in Biel Bevölkerung in Angst – Polizei liess Peter K. davonkommen

  • Aktualisiert am 20.01.2012
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BIEL - BE - Amok-Drama in Biel: Seit gestern Morgen hält sich in Biel ein bewaffneter Mann (67) verschanzt. In der Nacht schoss er auf Polizisten, dann floh er.

Drama in einem Bieler Einfamilienhaus-Quarter. Ein Grossaufgebot der Polizei riegelt das Lindenquartier hermetisch ab. Hier hielt sich der mit einem Gewehr bewaffnete Schweizer Peter K.* (67) verschanzt. Schon seit rund 30 Stunden verbreitet der Amokläufer Angst und Schrecken.

Jetzt deutet alles darauf hin, dass der Mann in einen angerenzenden Wald geflüchtet ist. Die Polizei ist mit einem Spürhund dorthin aufgebrochen. Auch eine als «Verhandler» gekennzeichnete Polizistin ist mit dem Auto in den Wald gefahren.

Das Waldstück hinter der Linden-Schule wurde von den Einsatzkräften abgeriegelt. Und die Journalisten wurden hinausgeschickt. Doch auf einer Pressekonferenz gab die Polizei heute Mittag nur bekannt, dass der Mann immer noch flüchtig ist. Dass überall in der Stadt Biel bewaffnete Polizisten zu sehen sind, weist eher darauf hin, dass die Polizei überhaupt nicht weiss, wo der Gesuchte ist.

Der Täter hatte im Verlauf der Nacht sein Haus verlassen, wo er sich seit dem gestrigen Morgen verschanzte. Laut der Polizei stürmte er um 1 Uhr überraschend heraus und schoss sofort auf die anwesenden Polizisten. Er gab mehrere Schüsse ab.

Polizei stürmte Haus – Täter war weg

Als die Polizisten heute Morgen einen Zugriff auf das Haus starteten, mussten sie feststellen, dass Peter K. getürmt war. Sofort musste das Einsatzgebiet auf das ganze Quartier ausgedehnt werden, die Polizei-Aktion hatte sich drastisch verändert.

Ein Mitglied des Einsatzkommandos wurde trotz schusssicherer Weste schwer verletzt. Der Mann wurde von der Kugel aus nächster Nähe am Kopf getroffen, obschon er einen Helm trug. Der Polizist liegt jetzt im Inselspital. Sein Zustand sei stabil, er sei mehrmals operiert worden.

Er irrte im Quartier umher

Peter K. ist nach seinem Angriff auf die Polizei nicht mehr in sein eigenes Haus am Mon-Désir-Weg zurückgegangen, sondern ist erst im Quartier herumgeirrt. Offenbar vermutete die Polizei zwischenzeitlich, dass er sich in einem anderen Haus neben dem nahen Linden-Gymnasium versteckt hielt.

Über dem Quartier sei heute Morgen um 7.15 Uhr ein Super-Puma gekreist, berichtet ein Leser. Mit einer Wärmebild-Kamera hatte die Polizei versucht, den Aufenthaltsort des Mannes zu ermitteln. Elite-Einheiten der Polizei sind zur Unterstützung aus Zürich, Basel, Bern und dem Thurgau angerückt. Doch bisher ist Peter K. ihnen entwischt.

Kinder durften nicht zur Schule

Heute Morgen wurde auch das Linden-Gymnasium geschlossen. Die Schüler, die nicht nach Hause zurückkehren konnten, wurden in der Turnhalle versammelt, wie aus einer Information an die Eltern hervorgeht. Eine Anwohnerin sagte gegenüber Blick.ch, ein Polizist habe sie aufgefordert, ihr Kind nicht in die Schule zu schicken: «Er sagte, dass der Mann immer noch im Quartier herumirre.»

Doch warum ist Peter K. ausgerastet? Der unauffällige Rentner soll sich seit dem Tod seiner Mutter sehr verändert haben, berichtet eine Nachbarin Blick.ch. Er sei kaum mehr aus dem Haus gegangen – wenn dann meist nachts. Auch eine andere Nachbarin erzählt, man habe ihn nur noch selten im Haus gesehen. Die Rolläden an seinem Haus seien seit längerem geschlossen geblieben.

Zwangsversteigerung: Vor Hausbesichtigung ausgerastet

Offenbar weigert sich der Mann, das Haus zu verlassen, in dem er wohnte. Dieses gehört einer Erbengemeinschaft und soll gemäss einem Entscheid des Zivilgerichts versteigert werden. Gestern war in der Zeitung zu einer Besichtigung des kleinen Hauses eingeladen worden.

Doch der Senior verrammelte die Türen und rastete aus. Verschiedene Behördenstellen versuchten gestern, mit dem Mann Kontakt aufzunehmen. Danach bemühten sich Spezialisten der Polizei darum, mit dem Mann das Gespräch aufzunehmen. Vergeblich.

Die Polizei evakuierte aus Sicherheitsgründen bereits gestern mehrere Gebäude. 40 Nachbarn wurden in Sicherheit gebracht, sagte eine Polizeisprecherin. Einige seien in Zivilschutzanlagen untergebracht worden, andere kamen bei Bekannten unter. (bih/spj)

* Name der Redaktion bekannt

Polizei riegelt das Quartier ab

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