Beunruhigende Studie Den Meitschi gehts schlecht

BERN - Die Stadt Bern wollte wissen, wie es um ihre Jugendlichen steht. Sorgen bereiten vor allem die Antworten der Mädchen.

Sleepless play
Berner Mädchen haben es nicht leicht. MICK

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Jeder vierte Achtklässler in der Stadt Bern hat zu wenig Schlaf. Zudem leiden die 13- und 14-jährigen Jugendlichen an Depressionen, Kopfschmerzen und Übergewicht. Zu diesem Schluss kommt der erste Jugendgesundheitsbericht der Stadt Bern, der gestern publiziert wurde.

Besonders fällt auf, dass es den Berner Meitschis schlechter geht als den Buben. Und das nicht nur gesundheitlich. Auch ihre Zukunftsperspektive unterscheidet sich von der der Berner Buben.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Berichts:

  • In den Schuljahren 2008 bis 2012 wurde das psychische Befinden bei 10 Prozent der Jungen und 16 Prozent der Mädchen als mässig bis schlecht beurteilt. Der Anteil der Mädchen hat im Vergleich zu früheren Jahren um 4 Prozent zugenommen. Das psychische Befinden der Mädchen ist zudem umso schlechter, je tiefer der Bildungsstand der Eltern ist.
  • Mädchen waren öfter als Jungen von Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schlafproblemen und Müdigkeit betroffen.
  • Auch beim Stress zeigen Mädchen deutlich häufiger Probleme als ihre Mitschüler. 
  • Bei den Mädchen nahm der Anteil Brillenträgerinnen seit zehn Jahren leicht zu. Die weiblichen Befragten tragen öfter eine Brille oder Kontaktlinsen (25 Prozent) als die männlichen (16 Prozent).
  • Wesentlich weniger Mädchen (52 Prozent) als Jungen (80 Prozent) treiben regelmässig Sport. Der Anteil der Sportskanonen hat in den letzten Jahre nur bei den Mädchen abgenommen.
  • Mädchen brauchen bei ihren schulischen Leistungen mehr Unterstützung. 20 Prozent der Mädchen gehen zum Stützunterricht. Bei den Jungen sind des 17 Prozent.
  • Im Zusatzfragebogen beurteilten die Jugendlichen, wie die Aussage «Ich kann stark beeinflussen, wie mein Leben in 5 Jahren aussehen wird» für sie zutrifft. Deutlich mehr Jungen als Mädchen fanden, dass die Aussage für sie zutrifft.
  • Auch sind es die Mädchen, die mehr unter ihrem familiären Umfeld leiden. So gaben 11 Prozent der Mädchen an, unter diesem zu leiden, bei den Buben waren es nur 8 Prozent. Ebenfalls leiden mehr Mädchen unter familiärer Gewalt, und sie haben mehr Konflikte zu Hause.

Die Stadt Bern zieht ein Fazit aus dieser Studie. Sie will Massnahmen ergreifen. So soll eine Aufklärungs-Kampagne der Schlaflosigkeit entgegenwirken und die morgendlichen Schulbeginnstunden überprüft werden. Ebenfalls soll das Velofahren gefördert werden.

Jugendliche mit psychosozialen Problemen sollen auf zwei Arten unterstützt werden: Erstens durch niederschwellig erreichbare Beratungsangebote, die ihnen bekannt sind und zweitens durch die Stärkung ihrer Lebenskompetenzen. 

Publiziert am 01.11.2016 | Aktualisiert am 10.11.2016

Länger schlafen statt länger Schule

In St. Gallen wurde im Februar ein Vorstoss abgelehnt, der den Schulbeginn auf 8 Uhr festlegen wollte. Mehr Schlaf ist auch im Aargau kein Thema, wie das Bildungsdepartement letztes Jahr bestätigte. Luzern fände es schön, kann es aber momentan nicht umsetzen.

Auch die Zürcher Schüler dürfen morgens nicht länger schlafen. Der Kanton befürchtet nämlich, dass sich der ganze Tagesablauf verschieben würde und die Schüler so trotzdem nicht früher ins Bett kämen.

Immerhin: Im Kanton St. Gallen gibt es zwei Gymnasien, die den Schulbetrieb später starten wollen. Und in Bern wird 2017 ein Pilotprojekt lanciert, das den später beginnenden Betrieb testen soll.

Ein Kanton machts vor

Nur in Basel-Stadt wurde der Unterrichtsbeginn in einigen Sekundarschulen auf acht Uhr festgelegt, dies aber der kantonalen Schulharmonisierung wegen.

Der höchste Erziehungsdirektor der Schweiz, Christoph Eymann (BS/LDP), will den Beginn der ersten Lektion nicht den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler anpassen. Das könne nämlich zu Problemen bei der Raumverteilung führen, zudem könne die Freizeit darunter leiden. (wif)

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  • Bruno  Waldvogel aus Interlaken
    03.11.2016
    Und die armen Bueblis?
    Wenn ich(55)sehe,wie die Meitlis und Bueblis am Morgen zur Arbeit erscheinen,geb ich der Studie recht.
    Völlig unmotiviert und zerknittert.
    Gut,haben dann den ganzen Tag noch Zeit sich zu entfalten.
    Macht diese Studie nächstesmal auf dem Lande,
    Statt I-Phone,Ausgang etc,heisst es dort Mistgabel,melken etc.
    Und hört mir auf mit:Früher war das so.
    Nein heute ist bes auch so.
    Und glaubt mir,diese Landmeitlis/bueblis bringen es zu etwas!
  • Michael  Tomov aus Koror
    02.11.2016
    Ojeh, die armen, armen Meitli. Offenbar doch nicht das starke Geschlecht, nicht schmerzresistenter als Jungs und offenbar auch nicht klüger (Stützunterricht). Endlich wird mit diesen Märchen der Feministinnen aufgeräumt. Dabei hat man jetzt doch 20 Jahre lang die Meitli dermassen gefördert in der Schule und auf den Buben herumgehackt. Und trotzdem oder gerade deswegen pflegen sie jetzt ihre Boboli. Aber im Fordern und Frechtun sind sie sicher Spitze!
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    02.11.2016
    Nicht verwunderlich wenn man sieht wie passiv die Kinder heute sind und was sie konsumieren, zu süsse Softdrinks, wenig Gemüse, viele Kohlenhydrate und gesättigte Fette, dazu zuwenig Bewegung kann auch depressive Stimmungen erzeugen, das weil der Körper übersäuert ist und nicht richtig arbeiten kann!! Ein Problem unserer Zeit und nun ist es halt sichtbar und das nicht zu knapp! Vielleicht sollte man gewisse Empfehlungen über gesunde Lebensweise doch mal anhören und auch mal umsetzen!
  • Mike  Studer 02.11.2016
    Spätestens beim Satz "Ebenfalls soll das Velofahren gefördert werden" wusste ich, dass die Studie und Fazit nutzlos sind.
    Wieso? In Bern ist es ein erklärtes Ziel von Rot-Grün, den Anteil an Velofahrern bis 2030 auf 20 Prozent zu erhöhen und scheinbar wird nun einfach jede Studie als Begründung dafür missbraucht.
    Dabei wäre die Lösung für das Problem der Müdigkeit naheliegend. Am Abend draussen spielen, bis man so müde ist, dass es automatisch schläft statt PC und Smartphone.
  • Myla  Senn 02.11.2016
    Bei dieser "Studie" muss unbedingt auch der Migrationshintergrund der Jugendlichen hinterfragt werden, gibt es doch in Bern West mehr als genug Schulklassen mit annähernd 100 Prozent ausländischen Schülerinnen und Schülern. Diese stammen dann oft aus frauenfeindlichen Kulturen.