Pädophil Berufsoffizier missbraucht 13-Jährigen

  • Publiziert: 27.02.2010, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Beat Kraushaar und Jean-Claude Galli
play Tatort Bei diesem Waldstück wurde der Bub missbraucht. (Peter Mosimann)

In Uniform ist er ein Geheimnisträger. In Zivil lockte er einen Buben ins Auto und verging sich an ihm – mehrmals.

Draussen ist es bereits dunkel, als das Auto am Waldrand eines Campingplatzes unweit von Bern parkiert. Was am Abend des 26. März 2009 gleich darauf geschieht, steht im Einvernahmeprotokoll: «Ich habe ihn dann auch am Geschlechtsteil berührt. Er war erregt. (...) Ich habe dann an seinem Reissverschlusss versucht seine Hose zu öffnen, aber ich konnte ihn nicht ganz öffnen. Es ging wegen des Autositzes nicht.»

Roland Habersack* (47) schlägt dem 13-jährigen Peter* vor, auf dem Rücksitz des Autos weiterzumachen. «Das Streicheln auf dem Rücksitz wäre einfach gäbiger gewesen. (...) In den heutigen Autos kann man wirklich nicht mehr machen. (...) Vielleicht hätte man die Hosen schon heruntergezogen (...) », gibt der Sextäter gegenüber Ermittlern zu.

Brisant: Der pädophil veranlagte Habersack ist Kadermitarbeiter in einem hochsensiblen Bereich des Eidgenössischen Verteidigungsdepartements (VBS), was ihn zum militärischen Geheimnisträger und somit erpressbar macht.

Das 18-seitige Geständnis des Vaters einer 14-jährigen Tocher liegt SonntagsBlick vor. Detailliert beschreibt er darin, wie er mehrfach sexuelle Handlungen an dem Buben vornimmt. «(...) Dann habe ich ihm über seine Hosen am Geschlechtsteil gestreichelt. (...) Ich habe ihn auch gefragt, ob es gut tue (...).» Der Unhold erklärt sogar, er sei davon ausgegangen, seine Handlungen gefielen dem Buben.

Kennengelernt hat er Peter in einem Berner Sportclub. Bevor er ihn sexuell ausnützt, gewinnt er sein Vertrauen. Er missbraucht ihn mehrmals und sagt dazu: «Der sexuelle Wunsch war da. (...) Wenn er mich nicht unterbrochen hätte, hätte es möglicherweise beim Geschlechtsverkehr geendet.»

Aus dem Protokoll geht auch hervor, dass bereits frühere pädophile Übergriffe im Strafregister aufgelistet sind: Habersack ist ein Wiederholungstäter!

Seine Vorgesetzten bis hin zum Armeechef seien über den Fall informiert, so Habersack. Konsequenzen für ihn? Keine. Für den Vater von Peter allerdings schon. Seit den sexuellen Übergriffen auf seinen Sohn leidet er an Schlaflosigkeit und wird medikamentös behandelt. Er verlor sogar seinen Job.

Habersack gibt sich reuig. «Mir tut das Vorgefallene sehr leid. (...) Im Nachhinein könnte ich mir selbst in den Hintern treten», meint er. Zu seinen pädophilen Neigungen sagt er: «Ich gehe davon aus, dass dies ein Problem ist.» Jetzt macht er eine Therapie.

Am Mittwoch wurde Habersack wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind verurteilt – zu einer bedingten Strafe. Peters Vater, dem das Urteil mündlich mitgeteilt wurde, ist empört: «Die milde Bestrafung ist eine Frechheit.»

*Namen von der Redaktion geändert

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