Berner Firmenchef lässt sich umoperieren: Der Chef ist jetzt die Chefin!

BERN - Aus Beat wird Isabelle – der Boss eines Berner Handwerksbetriebs gibt offiziell bekannt, dass er ab Januar als Frau zur Arbeit erscheint.

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Beat Wyler (55), Chef einer Verzinkerei, nennt sich künftig Isabelle. play

Beat Wyler (55), Chef einer Verzinkerei, nennt sich künftig Isabelle.

Der Chef kommt bald in Frauenkleidern zur Arbeit: Firmenchef Beat Wyler (55) fühlte sich schon immer als Frau. Jetzt will er das auch zeigen und sich in eine Sie verwandeln. Ab Januar nennt er sich Isabelle Wyler und erscheint in Stilettos statt Lackschuhen.

In einer aussergewöhnlichen Medienmitteilung kündigt die Promat Verzinkerei aus Bern an, dass sie einen Beitrag zur Frauenquote in Chefetagen leisten will. Die Geschäftsleitung bestehe neu ausschliesslich aus Frauen. «Für eine Verzinkerei eher ungewohnt», schreibt die Firma. Neben der Personalchefin ist bald auch der Geschäftsführer eine Frau – obwohl der Kopf derselbe bleibt. 

Belegschaft unterstützt ihn

«Ich habe mich entschieden, meiner inneren Natur entsprechend als Frau zu leben», sagt Beat Wyler. Denn er habe sich sein halbes Leben lang  als eine Frau gefühlt und könne schliesslich nichts dafür, im falschen Körper geboren worden zu sein, teilt der zweifache Familienvater mit.

Beat Wyler, von grosser und mächtiger Statur, aber mit feinen Gesichtszügen, zeigt sich bereits heute in seiner Freizeit und an den Wochenenden in Frauenkleidern. Diese will er/sie ab dem nächsten Jahr auch bei der Arbeit im kleinen Berner Handwerksbetrieb tragen.

«Meine Belegschaft steht voll hinter mir, und auch die Geschäftspartner haben alle sehr offen und positiv reagiert. Das motiviert mich sehr und bestärkt mich in meiner Entscheidung», sagt der geschiedene Beat Wyler.

Mit Operieren lässt er sich Zeit bis nächstes Jahr. «Zuerst möchte ich mal sehen, wie es sich im Alltag so lebt.»

Wäre es Ihnen egal, wenn sich Ihr Chef zur Frau um-operieren lassen würde?»

  • 53,1% Ja, Hauptsache der Lohn wird pünktlich ausbezahlt.
  • 19,2% Nein, diese Person könnte ich nicht mehr für voll nehmen.
  • 27,6% Jetzt spinnt die Welt komplett.

Beliebteste Kommentare

  • neuffer  igor , Zürich
    Jeder soll so leben dürfen, wie es ihm passt, solange er die Freiheit der Anderen nicht beschneidet. Und das ist hier absolut der Fall, kein Grund für blöde Sprüche, er bleibt ja derselbe Mensch. Viel Glück für die OP.
  • Gabriela  Aebischer
    Find ich super und sehr mutig! Ich wünsche Frau Wyler alles Gute für ihre Zukunft!

Alle Kommentare (30)

  • Nicole  Schmidlin , via Facebook
    Noch eine Ergänzung zum Thena Kinder:

    Kinder wollen von Ihren Eltern in ersterlinie geliebt und beachtet werden. Kinder Intressiert es nicht wie ein mensch aussieht nur wie er mit Ihnen umgeht. Als ich letztens mit meiner Tochter im Kindergarten einen Drachenbauen war, Intressierten sich die Kinder nicht ob ich jetzt Mann oder Frau war. Ich war die Person die mit Ihnen diesen Drachen gebaut hat. Und das war alles was Zählte.
    • 15.11.2012
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  • Nicole  Schmidlin , via Facebook
    Wenn ich diese Berichte lese bestätigt es mir meine eigene Erfahrung. Die meisten Menschen bringen gegenüber uns Trans* menschen die Tolleranz auf uns zu Akzeptieren wie wir sind. Erst mal Danke dafür!
    Dass die ein oder andere Person unsere Entscheidung bzw. unser Bedürfniss nach Anpassungen Hormonell und Operativ nicht ganz nachvollziehen kann, ist für mich klar. Sie sind auch nicht betroffen und können es dadurch auch nur bedingt verstehen. Trozdem Akzeptieren die meisten uns als Menschen.

    Die Leute die sich über die Kosten aufregen, die, die Krankenkassen übernehmen.
    Ja es entstehen Kosten durch die OP. Es entschtehen aber auch Kosten wenn Trans*menschen mit der Zwispältigkeit in Ihrem Leben nicht abschliessen können und deswegen immer wider in stationäre Behandlungen in Psychiatrischen Kliniken gehen müssen, Depressionen haben und deswegen nicht Arbeitsfähig sind. Das trägt auch die Oeffendlichkeit. Gesehen über ein Menschenleben ist dass wahrscheinlich teurer als eine OP!!!!

    Und an alle die Trans*menschen lächerlich machen oder sie als spinner ab tun. Ja, diese Menschen ärgern sich auch über Homosexuelle, Ausländer, Herr und Frau Schweizer neben an die nicht nach Ihren Vorstellungen leben. Diese Menschen haben in erster Linie ein Problem mit sich selber. Ja, Ich bin Trans und versuche mein Problem zu lösen.- Ihr seid zu Feige eure eigenen anzugehen!

    Und Ihnen Frau Wyler alles gute für Ihre Zukunft. Es wir besser!!



    • 15.11.2012
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  • Alexander  Schnyder , Kriens , via Facebook
    Alter hin oder her. Jeder Tag ist eine neue Gelegenheit sein Leben zu ändern.

    Ich wünsche Ihnen Frau Wyler -mögen Sie es lesen- alles Gute auf dem Weg in ein glückliches und richtiges Leben. Und pfeifen Sie auf die negativen Kommentare und halten Sie nur die guten fest.
    • 15.11.2012
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  • Franz  Steiger
    Jeder soll so leben, wie er oder sie will. Ob der Chef der Firma nun Herr oder Frau Wyler heisst, ist völlig egal. Wenn Herr Wyler bisher einen guten Job gemacht hat, wird dies Frau Wyler auch tun. Wer darin ein Problem sieht, sollte mal seine eigenen Probleme angehen.

    Ich hoffe, dass die zukünftige Frau Wyler mit ihrer Entscheidung glücklich wird.
  • neuffer  igor , Zürich
    Mein letzter Kommentar zu diesem Thema, versprochen :-

    Dieser Man, bald Frau, hat grössere Eier als jeder Möchtegern-Macho hier, der sich bedrängt fühlt. Es braucht eine gehörige Portion Mut, um diesen Schritt - inkl. Öffentlichkeit - zu wagen. Bravo. Aus der Anonymität des Internets Kommentare unter der Gürtellinie zu verfassen, dafür braucht es wahrlich weder Selbstbewusstsein noch mut, ganz im Gegenteil. Seine/Ihre Mitarbeiter habe diesen Menschen wahrscheinlich schon seit Jahren als integren, freundlichen und hilfsbereiten Menschen kennen und schätzen gelernt. Und daran wird sich auch nach Sylvester nichts ändern.
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