MEIRINGEN - 66 Jahre lang hielt der Gauligletscher die 1946 abgestürzte Propellermaschine Dakota in seinem eisigen Griff. Jetzt gibt er ein erstes Stück davon frei.
Drei 18-jährige Bergsteiger sind auf dem Gauligletscher unterwegs – als sie vergangenen Freitag auf ein ganz spezielles Fundstück stossen. Aus dem Eis ragt ein Propeller – er gehört zur US-Propellermaschine Dakota. Dies berichtet «Schweiz aktuell» (Heute, 19 Uhr).
«Wir haben von weit her etwas aus dem Eis ragen sehen», erzählt Manuel Rufener aus Zweisimmen BE, «da sind wir losgerannt. Als wir dann sahen, dass es sich um den Propeller der legendären Dakota handelt, konnten wir unser Glück kaum fassen.»
Peter Flühmann aus Meiringen BE erzählt, dass den jungen Bergsteigern die Geschichte der Dakota seit ihrer Kindheit bekannt sei. «Wir hatten uns noch am Abend zuvor in einer Berghütte gefragt, ob wir wohl ein Stück der Dakota entdecken werden auf dem Gletscher».
In Schneesturm geraten
Die Dakota gerät im November 1946 in einen heftigen Schneesturm und stürzt über dem Gauligletscher ab. Alle 12 Passagiere überleben. Sie müssen einige Tage auf dem Gletscher ausharren und von abgeworfenen Hilfspaketen ernähren. Ihr Fall bewegt die Weltpresse, in Meiringen warten über hundert amerikanische Journalisten auf Neuigkeiten.
Die Passagiere frieren jämmerlich in der Eiswüste. Die damals 11-jährige Passagierin Alice McMahon erinnert sich vor wenigen Monaten im BLICK: «Wir hüllten uns nachts in Fallschirme», so McMahon. Ein Mann wurde beim Absturz verletzt. Dieser Habe nachts gestöhnt – «vor allem als das Morphium ausging».
Als die Passagiere von einem Flugzeug gerettet werden können, wird das Wrack der Dakota eingeschneit und friert zu – es kann nie geborgen werden. Jetzt, 66 Jahre nach dem Unglück gibt der Gletscher seine Beute langsam frei. (num)
Mehr zum Propellerfund: Heute in «Schweiz Aktuell», 19 Uhr
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