BERN - Eine Untersuchung malt schwarz: Im Falle eines Super-GAU in Mühleberg fehlen in vielen Gemeinden die überlebenswichtigen Jod-Tabletten.
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Das Kernkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern (Archiv) (sda)
Die Liste ist quälend lang. Von A wie Affoltern bis Z wie Zollikofen müssten die Bewohner von über 70 Gemeinden umgesiedelt werden. Das ist das Horror-Szenario, das heute die Greenpeace-nahe Organisation «Ärzte für Umweltschutz» vorgestellt hat.
Sie stützt sich dabei auf eine Studie des Öko-Instituts Darmstadt. Und kommt zum Schluss, dass ein wesentlich grösseres Gebiet betroffen wäre, als heute in behördlichen Plänen festgelegt. Die ziehen nämlich um Mühleberg drei runde Kreise.
Nach den Berechnungen der Organisation würde der Wind die Strahlung aber viel weiter tragen. Etwa nach Burgdorf oder Sursee, die nach den Katastrophenplänen in nicht gross gefährdeten Gebieten liegen und darum auch keine Jod-Tabletten an die Bevölkerung verteilt haben.
Behörden sind am überprüfen
Das sei problematisch, kritisiert Christian Küppers vom Öko-Institut Darmstadt. «Die Bevölkerung in Burgdorf muss die Tabletten innerhalb von zwei Stunden einnehmen. Bern bleibt sogar nur eine Stunde.»
Zuständig für die Planung der Zonen ist das eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi. Laut Sprecher Anton Treier überprüft die Arbeitsgruppe «IDA Nomex» im Auftrag des Bundesrates ohnehin die heutigen Schutzzonen sowie alle anderen Massnahmen im Katastrophenfall
Und Antonio Sommavilla, Sprecher der Mühleberg-Betreiberin BKW: «Unsere ganzen Massnahmen sind darauf ausgerichtet, die Sicherheit der Anlage zu erhöhen. Sodass es gar nie soweit kommt.»
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