Bärenpark-Drama Bär Finn liegt im Sterben

  • Aktualisiert am 02.01.2012

BERN - Der geistig behinderte Mann, der gestern in den Bärenpark in Bern stieg, ist ausser Lebensgefahr. Der Bär, der ihn angegriffen hatte, wurde durch eine Schusswunde lebensgefährlich verletzt.

Der geistig behinderte 25-Jährige, der am Samstag Nachmittag in den Bärenpark gestiegten ist, befindet sich laut den Ärzten nicht in Lebensgefahr. Bisher konnten jedoch noch keine genaueren Angaben zum Umfang seiner Verletzungen gemacht werden.Der Bär Finn wurde jedoch nicht, wie erst angenommen, von der Gewehrkugel am Hinterteil getroffen. Nach Angaben von Bernd Schildger, Direktor des Bärenparks und des Tierparks Dählhölzli, erlitt er eine lebensgefährliche Schusswunde an der rechten Brustwand. Das Tier werde jetzt rund um die Uhr überwacht.Richtiger EntscheidDer Entscheid des Polizisten, auf den Bären zu schiessen, sei angesichts der dramatischen Situation jedoch richtig gewesen, fügte Schildger an.Ob das Sicherheitsdispositiv des Bärenparks anzupassen sei, bleibe offen, sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause. Das hängt nicht zuletzt von den Ergebnissen der polizeilichen Ermittlungen ab. Es sei aber schwierig, sich vollständig gegen ein aktives Eindringen in das Gehege zu schützen.«Wir konnten nur hilflos zuschauen.»Das Drama ereignete sich am Samstag kurz nach 16 Uhr. Der Mann kletterte laut Augenzeugen absichtlich in das Bärengehege am Aareufer – und rannte auf Finn zu. «Der Bär stürzte sich sofort auf ihn. Er biss ihn ins Gesicht, in den Kopf, ins Bein. Das Opfer war blutüberstömt», so der Augenzeuge Philipp Müller (46), Berner FDP-Stadtrat. «Es war einfach schrecklich. Wir konnten nur hilflos zuschauen.»Erst die angerückte Polizei befreite den Mann aus den Pranken des Zootiers. «Ein Polizist gab aus einem Gewehr einen Schuss ab. Das Tier blutete und liess von seinem Opfer ab.» Zunächst rückte Finn nur wenige Meter ab, zog sich dann aber in seine Höhle zurück. Dort schlossen ihn die Wärter ein.Erst vor einem Monat war der Berner Bärenpark feierlich eröffnet worden. Ausser Finn lebt auch Björk in der Anlage, ein Weibchen. Finn wurde 2006 im Zoo Helsinki geboren und kam 2008 nach Bern. (SDA/lec)

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