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Bärenpark-Drama: Finn zwischen Leben und Tod

BERN – Morgen entscheidet sich, ob der angeschossene Finn im Bärenpark seine «Kriegsverletzung» überlebt. Jetzt bekommt er starke Medikamente – und Trauben.

Aktualisiert um 13:53 | 23.11.2009


Dem knapp vierjährigen Bären geht es nach dem Zwischenfall «etwas besser», wie Bärenpark-Direktor Bernd Schildger heute sagte. Erst am Dienstag könne man aber mit einiger Sicherheit abschätzen, ob Finn ausser Lebensgefahr sei.

«Er liegt viel, und wenn er sich bewegt, dann lahmt er», beschreibt Schildger die Situation. Wie Bärenpark-Sprecherin Judith Stoller gegenüber Blick.ch sagt, hat Finn heute auch «wieder etwas gefressen. Trauben, nehme ich an.» Beim ihrem Patienten sei neben dem Direktor ein Tierarzt und ein Pfleger.

Finn liegt im Stall des Parks und vermeidet jede Bewegung. Er wird weiterhin mit Antibiotika und starken Schmerzmitteln und Kreislaufmedikamenten behandelt. Es gehe vor allem darum, eine allfällige Infektion zu bekämpfen, die das Geschoss anrichten könnte.

Tierarzt: «Bären sind zäh im Nehmen»


«Blei im Körper ist kein Problem», sagt Jean-Michel Hatt, Professor und Leiter der Klinik für Zoo-, Heim- und Wildtiere in Zürich. Er kennt sich mit angeschossenen Tieren aus, allerdings sind dies in erster Linie Greifvögel. Trotzdem macht er Finn und seinen Fans Mut: «Bären sind zäh im Nehmen.»

«Aber in Narkose sind sie keine einfachen Patienten,» so der Veterinär. Der Narkosestoff lagere sich im vielen Fett ab, was die Aufwachphase gefährlich verlängere. Jean-Michel Hatt hofft darum, dass Finn ohne Narkose durchkommt: «Als Tierarzt ist man da auf einer Gratwanderung. Besonders, wenn das Tier stirbt, heisst es schnell: Warum haben Sie nicht anders entschieden?»

Verletzter Eindringling noch nicht befragt


Die Polizei hatte am Samstag ein Mannstopp-Geschoss auf den Bären abgefeuert, worauf dieser vom Eindringling abliess (Blick.ch berichtete). Das Opfer, ein geistig behinderter 25-Jähriger, konnte noch nicht befragt werden. Das sagte Franz Märki, Sprecher der Kantonspolizei Bern, heute.

Die polizeiliche Befragung werde sicher in den kommenden Tagen stattfinden. So lange dies nicht geschehen sei, könnten die Behörden keine weiteren Angaben machen – auch nicht dazu, ob der Mann alleine oder in Begleitung den Bärenpark besuchte. (SDA/bih/dip)
Frage des Tages
Muss der Zaun um den Bärenpark erhöht werden?
Ja, so ein Drama darf nicht mehr passieren.
22.78%
Nein, das ist ein bedauerlicher Einzelfall.
64.74%
Der Park ist eine gigantische Fehlinvestition.
12.48%

Nach der dritten Nacht steht der angeschossene Bär wieder auf. (Bärenpark Bern)
Der Bär liegt im Stroh. In seinem Pelz steckt eine Medikamenten-Gewehrspritze. (ZVG)
Tief ist die Wunde am Einschussloch in Finns rechter Brustwand. (ZVG)
Angriff: Finn stürzt sich auf den Eindringling. Nur knapp überlebt der geistig behinderte Alex. (Marc Beyeler/Keystone)
An Kopf und Bein blutend, liegt der Mann regungslos im Gras. (Marc Beyeler/Keystone)
Der Bär schubst sein Opfer im Gehege umher. (Marc Beyeler/Keystone)
Feuerwehrmänner bergen den Verletzten aus dem Bärenpark. (Marc Beyeler/Keystone)
Bären-Junge Finn, als er noch im Tierpark Dählhölzli lebte. (Keystone)
Bär, was begehrst du mehr? Noch guckt sich Finn etwas skeptisch im neuen Stall um. Doch schon bald gehts zum ersten Mal in die grosse Anlage – der allerschönsten weit und breit. (Karl-Heinz Hug)
(Keystone)
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Macht Männchen – und hoffentlich Junge: Braunbär Finn. (Keystone)
Sicht auf das Gehege des Baerenpark mit dem Treppengelaender und der dahinter liegenden Mauer, ueber die ein Mann am Samstag, 21. November in das Gehege kletterte und auf das Rasenstueck darunter fiel.
Pelziger Schwertransport: Viele Männer waren nötig, um Fell-Koloss Finn, 250 Kilo, umzugsgerecht zu verpacken und ihn in den neuen Berner Bärenpark zu bringen.. (Karl-Heinz Hug)
Bergung des Verletzten im Bärenpark. (Keystone)
Der Bärenpark kurz vor seiner Eröffnung: Im Bereich der Betonwand links unten hat sich die Bärenattacke ereignet. (Keystone)
Das sagen Blick.ch-Leser
Robert Aeschlimann, Bern - 21:47 | 23.11.2009
» Offensichtlich war der junge Mann geistig behindert. Noch kann niemand sagen,was ihn bewegt hat, in den Bärengraben zu Steigen / Fallen. Diese Vorverurteilung ist schon krass. Es war mit Sicherheit das dümmste was ein Mensch anstellen konnte, der Preis dafür sicherlich zu hoch. Aber für beide Seiten, nicht nur für den Bären. Diese Tierliebe ist achtenswert. Ein wenig Menschlichkeit wäre es auch!
Sue Beck, Muri - 19:33 | 23.11.2009
» @Alexandra Bolliger: Sie sprechen mir aus dem Herzen - insbesondere was den letzten Abschnitt anbelangt..... warum hat niemand der Passanten eingegriffen, bevor der Mann auf die Mauer geklettert ist? Passt doch auch wieder in unsere egoistische Gesellschaft: soll doch ein anderer - geht mich ja nichts an - habe absolut nix gesehen...... Gute Besserung an Opfer Finn und "Täter"
Alexandra Bolliger, Basel - 17:34 | 23.11.2009
» Dieser Vorfall gibt den Gegnern des Bärenparks Nahrung. Jedoch sehen diese nicht ein, dass der Bär aus reinem Instinkt gehandelt hat... Mir tut vor allem Finn leid. Aber auch der (geistig behinderte) Mann, der von Finn verletzt wurde, tut mir leid. Anscheinend sind ja Passanten einfach neben ihm vorbeigelaufen, als er auf die Mauer kletterte und niemand hat etwas unternommen...
Fritz Bachmann, Emmenbrücke - 15:04 | 23.11.2009
» @ An alle dummen und degenerierten Schreiberlinge hier: Wollt ihr, dass alle verwirrten oder geistig behinderten Leute eingesperrt sind oder unter ständiger Bewachung ihr Leben verbringen müssen? Ihr seid zum Kotzen!
Ivan Huber, Hombrechtikon - 14:50 | 23.11.2009
» Oje Oje ich hoffe dem armen Bären geht es bald besser. Beten wir für Ihn:-(
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