Ampeln am Bahnhof in Bern «Jetzt werden sogar Fussgänger bevormundet!»

Seit heute früh leiten farbige Ampeln die Pendler am Bahnhof Bern. Die SBB erhoffen sich dadurch flüssigere Pendlerströme. Der Pilotversuch kommt nicht bei allen gut an.

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Die SBB tüfteln wieder am Bahnhof Bern rum. Nachdem die farbigen Richtungstrenner in der Unterführung kaum von den Fussgängern beachtet wurden, testen die SBB auf der Rampe und der Treppe zu den Perrons leuchtende Ampeln.

Während den Stosszeiten signalisieren neu leuchtende Torbögen und farbige Ampelsignale, wie man zum Perron kommt: Via Rampe – die Treppe ist neu für ankommende Passagiere reserviert (Blick.ch berichtete).

Ziel der Fussgänger-Lenker ist es, dass aussteigende Passagiere ohne Gegenverkehr schnell in die Unterführung gelangen. Die Signalisation dauert nach Zugsankunft 90 bis 120 Sekunden, wird manuell gesteuert und soll vorerst nur für den Zugang zum Perron der Geleise 3 und 4 verwendet werden. 

Als zusätzliche Massnahme wurde der Perronbereich zwischen Treppe und Rampenbrüstung als Warteverbots-Zone definiert. Gelbe Bodenmarkierungen sollen wartenden Reisenden aufzeigen, dass man in diesem «Nadelöhr» nicht stehen darf.

Ampeln der SBB im Bahnhof Bern: Bei Pendlern noch recht umstritten play
Wer zum Perron der Geleise 3/4 gelangen will, muss neu die Rampe nehmen. Reto Suter

Die ersten Pendler, die mit den grellen Farben heute früh gelenkt wurden, sind nicht überzeugt von der Lösung: «Ich weiss nicht, ob das funktioniert», sagt ein Berner zu Radio Energy Bern. «Ich komme mir vor wie ein Schaf auf dem Weg zur Schlachtbank!», sagt ein anderer und empört sich, dass man sogar beim Laufen nun bevormundet werde. Lob gibts hingegen von einer St. Gallerin, die heute früh in Bern ankam: «Ich finde das eigentlich noch super.»

«Schon recht farbig» 

Auch die SBB scheinen nicht ganz von ihrer Lösung überzeugt zu sein: Elektronische Sensoren sollen mit Zahlen aufzeigen, ob die Richtungstrenner von den Pendlern beachtet wurden oder nicht. Völlig anonym, wie die Bundesbahnen in einer Mitteilung erklären.

Ampeln der SBB im Bahnhof Bern: Bei Pendlern noch recht umstritten play
Ein Teil des Perrons wurde als «Keine Wartezone» definiert. SBB

«Am Ende muss man sich das anschauen, wenn die ganze Bahnhofsunterführung mit Richtungstrennern ausgestattet ist», erklärt SBB-Mediensprecher Christian Ginsig heute in Bern. Er selbst habe Reisende gesehen, die sich nicht an die signalisierte Laufrichtung hielten. Ob der Pilotversuch weitergeführt werde, entscheide am Ende auch die Gesamtoptik: «Wenn dann an jedem Perron grüne und rote Farben leuchten, sieht es schon recht farbig aus.»  

Der Versuch soll voraussichtlich bis Ende Jahr laufen. Sollten die Versuche mit Einbahnverkehr und Sperrbereich erfolgreich verlaufen, ist mit einer definitiven Einführung im Bahnhof Bern nicht vor Mitte 2017 zu rechnen. (pma)

Publiziert am 07.11.2016 | Aktualisiert am 13.11.2016
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28 Kommentare
  • Wasser  Fluh , via Facebook 08.11.2016
    Das ist das Los der Urbanisierung der Schweiz. Jeder will oder besser gesagt soll in Städten arbeiten und wohnen. In Städten werden Fussgänger gelotst und auf dem Lande der Service Public abgeschafft. Jeder entscheidet für sich selber. Aber für ein Landei wie mich sieht es lustig aus, wie sich die städtischen Lemminge nach Farben sortieren lassen.
  • Linus  Luchs 07.11.2016
    Die Fussgänger werden nicht bevormundet, sondern es wird ihnen ermöglicht, dass sie schneller und nervenschonender vorwärts kommen. Oder werden Autofahrer mit den Verkehrssignalen auch bevormundet? Wo sehr viele Menschen unterwegs sind, lässt sich mit einer gewissen Regulierung Stress reduzieren.
  • Neu  Tral 07.11.2016
    Finde die Idee generell gut. Doch sollte die SBB auch etwas gegen die sehr anstrengenden Passagiere machen, die wenn man aussteigt direkt vor der Türe stehen und sich nicht wegbewegen wollen. Leider kann man auf den Anstand der Passagiere nicht hoffen.
  • martin  aeschlimann aus studen
    07.11.2016
    Jeder der findet dies ist unnötig war noch nie zu Stosszeiten in Bern am Bahnhof. Ein Hühnerhaufen ist noch untertrieben, kreuz und quer bewegen sich die Leute fort. Hier braucht es unbedingt Regeln, wem dies nicht passt der soll doch das Auto nehmen.
  • Martin  Kunz 07.11.2016
    Sieht aus wie im Rotlicht. Ich werde dort hochgehen wo ich will. Aber wahrscheinlich steht dort noch die Polizei, die Sünder gleich büssen werden.