Hochwasser-Alarm Ab heute Abend steigt die Gefahr

BERN - Mit einem speziellen Abfluss-System verhinderten die Retter in Bern bislang das Schlimmste. Doch bereits heute Nacht und am Wochenende drohen neue Niederschläge.

  • Publiziert: 06.07.2012
  • Roger Baur

Trotz Regen präsentiert sich die Lage heute Mittag in der Matte unter Kontrolle. Franz Märki

von der Berufsfeuerwehr: «Nach einem kurzen Anstieg gestern gegen 23 Uhr hat sich der Pegel wieder in einen akzeptablen Bereich eingependelt.»

Dies, obwohl die ganze Region eine rekordverdächtig nasse Nacht hinter sich hat. «Gestern Abend fiel in 10 Minuten so viel Wasser wie an einem ganzen Regentag», sagt Christa Hayoz von Meteo Schweiz.

Es sei für die Region Bern ein «kräftiges, aber nicht überdurchschnittliches Unwetter» gewesen. «Das Problem ist aber der Boden. Der ist völlig gesättigt und kann kaum noch Wasser aufnehmen.»

Entlastungsstollen geöffnet

Doch auf diesen Fall waren die Katastrophenhelfer vorbereitet. In Thun nahmen sie sofort den Entlastungsstollen in Betrieb. Dieser zusätzliche Abfluss ist seit drei Jahren im Einsatz und soll Bern vor einem Hochwasser bewahren.

Das tat er auch letzte  Nacht: Gestern um 22 Uhr überrollte eine Gewitterwalze beinahe den ganzen Kanton, doch der Aarepegel stieg nur kurz und stabilisierte sich dann.

Am Mittwoch hat genau das nicht funktioniert, da die überbordende Zulg erst nach Thun in die Aare fliesst. Die unkontrollierbaren, wilden Nebenflüsse stellen darum weiter ein gewisses Risiko dar.

Ausgerissene Bäume, überschwemmte Strassen

Die Gewitterzone von letzter Nacht machte aber auch ausserhalb der Hochwasser-Risikogebiete Probleme: In Langenthal riss der Wind zwei Bäume aus dem Boden, zu Schaden kam jedoch niemand. Und heute früh sorgte dann eine gros­se Wasserlache auf der A1 im Berner Baustellenbereich für Stau und nasse Auto-Unterböden.

«Aber abgesehen davon war trotz des heftigen Unwetters die Lage erstaunlich ruhig», sagt Alice Born von der Kantonspolizei.

Sonntag wirds wieder kritisch

Die grössten Sorgen macht den Behörden derzeit der Blick auf die Wetterkarte. Denn schon für heute Abend und heute Nacht sind neue Niederschläge angekündigt. Auch die könnten intensiv ausfallen: «Es handelt sich doch um eine aktive Zone, die da kommt», sagt Meteorologin Christa Hayoz.

Auch am Sonntag wirds wieder gefährlich: Dann bringt eine neue Front erneut Regen. Franz Märki von der Feuerwehr beruhigt: «Dort, wo es gefährlich ist, sind wir vor Ort und bleiben das vorerst auch.»

Alle Kommentare (1)

  • peter  vonlanthen
    Jetzt unterwerft endlich diese unkontrollierbaren Wilden!
    Offenbar kann sich heute fast niemand mehr vorstellen, dass das Wetter halt einfach nicht beeinflusst werden kann. Baue in der Senke, dann bist du vor Sturm geschützt - baue auf dem Hügel, bist du vor dem Hochwasser geschützt, hast du beide Möglichkeiten, so nutze sie!
    • 06.07.2012
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