Auf der Strasse 700 Meter langer Liebesbrief in Bern

BERN - Was für ein schönes Erwachen: Ein verliebter Berner schrieb seiner Angebeteten letzte Nacht einen 700 Meter langen Liebesbrief. Auf die Strasse.

  • Publiziert: 26.07.2012
  • Roger Baur
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Dieses Herz schlägt ­Purzelbäume. Die mit Kreide geschriebene Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang an der Ecke Vereinsweg in Bern.

«Mein Schatz. Vor 3000 Tagen bekam ich von Dir den Kuss, der mein Leben veränderte. Für jeden Tag gebe ich Dir heute ein Herz mit auf den Weg.»

Bis zur Bus-Endstation Länggasse finden sich dann auf sage und schreibe 700 Metern genau 3000 Herzen. Geschrieben wurden sie vermutlich letzte Nacht.

Das Maifest veränderte sein Leben

Neben den kleinen Herzen folgt alle paar Meter ein einzelnes Kapitel der vermutlich achtjährigen Liebe.

Die beginnt am 8. Mai 2004. «Maifest. Ich fange an zu leben wegen Dir», schreibt der Mann, der sich nur einmal «Thomy» nennt in Dialekt, vermutlich einem aus der Innerschweiz. Man erfährt, dass die Liebe offenbar beim Zelten entfacht wurde. Dass die beiden fast jedes Jahr nach Gampel fahren, «im 1. Gang über den Brünig», sowie Kuba, Litauen, und Frankreich entdeckten.

Dazwischen immer wieder  Liebesbekundungen wie «Dein Lächeln verzaubert mich immer wieder von neuem.» «Die Schmetterlinge sind auch nach acht Jahren nicht ausgeflogen», «Niemand kennt mich so gut wie Du», «Ich bereue keine Sekunde, die ich mit Dir verbracht habe».

«Ich werde Dir nie mehr so weh tun»

Für Thomy ist klar: «Du gibst mir Kraft», «Wir können uns aufeinander verlassen» und «Ich schätze Deine Ehrlichkeit sehr». Doch wie in jeder starken Liebesgeschichte gab es wohl auch hier eine Zerreissprobe. Kurz vor Ende, auf der Zeitlinie am 19. Januar 2012 steht: «Ich werde Dir nie mehr so weh tun.»

Das Happy-End folgt ein paar Meter weiter. «Toi, toi, toi für Deinen Endspurt.» Offenbar muss die Geliebte kurz vor dem Ziel sein. Steigt sie hier jeden Tag in den Bus? Betritt sie das Tierspital? Eines der universitären Gebäude?

Wer und wohin auch immer, Thomy gibt ihr noch zwei letzte Sätze mit auf den Weg. «Ich bin da, wenn du mich brauchst.» Es folgen nochmals ein paar kleine Herzen und schliesslich das letzte, grosse Herz. Darin steht: «Ich liebe Dich.»

Beliebteste Kommentare

  • Jane  Becker , via Facebook
    Sowas ist doch richtig süss...ich würde sagen jede Frau würde sich über so einen Liebesbeweis freuen. Das ist der Richtige!
  • André  Stämpfli , via Facebook
    Welch eine wunderbare Geste, ein bravo dem Ersteller

Alle Kommentare (12)

  • Adrian  Teuscher , via Facebook
    Endlich mal was schönes und Positives, Süss
    • 27.07.2012
    • 41
    • 4
  • Brigitte  Jaun , via Facebook
    In der heutigen doch oft kalten Welt, ist dies ein Aufsteller für uns alle, auch wenn es nur eine ganz bestimmte Frau betrifft.
    Sie darf sich glücklich schätzen, denn hinter diesen Zeilen verstecken sich wohl viele Stunden.
    Finde es toll, dass es sowas heute noch gibt.
    • 26.07.2012
    • 42
    • 2
  • Gregor  Meier
    Ist das schön! Und diese Arbeit, unglaublich! An so was arbeitete die Person Stunden, das müssen ja tausende Herzchen sein, so süss! Endlich mal was Positives! Alles Gute den Beiden!
    • 26.07.2012
    • 70
    • 7
  • Constantin  Sarner , Allschwil
    Man kann auch mit weniger Aufwand seine Liebe zeigen - Weniger ist mehr :-
  • Alexandra  Maibach
    Garantiert war das kein Berner... Welcher Berner schreibt schon "Ech". War wohl eher ein Luzerner ;-
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