Armeeunfall auf der Kander 3 Tote und 2 Vermisste

  • Publiziert: 12.06.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

WIMMIS BE – Traurige Gewissheit zum Bootsunglück auf der Kander: Drei Militärangehörige sind tot. Zwei werden noch vermisst. Fünf weitere konnten verletzt ins Spital gebracht werden. Das alles genau 11 Monate nach dem Jungfrau-Drama!

Das VBS veröffentlichte eine Reihe von widersprüchlichen Opferzahlen. Doch BLICK weiss: Auf dem Fluss Kander in der Nähe der Ortschaft Wimmis sind zwei Schlauchboote mit je fünf Armeeangehörigen gekentert. Drei Personen kamen ums Leben. Zwei werden noch vermisst. Und fünf weitere wurden verletzt ins Spital überführt.

Der Sprecher der Spiezer Polizei, Giovanni Tironi, sagte gegenüber «Blick.ch», es habe sich um eine militärische Übung gehandelt. Wie Tironi weiter erklärte, seien Rettung und Polizei vor Ort. Einheimische berichteten, sie hätten die Rettungskräfte etwa um die Mittagszeit vor Ort gesehen.

Bislang wurde nur ein Toter geborgen. Unbestätigten Meldungen zufolge gelingt es den Rettern nämlich nicht, an die übrigen heranzukommen. Eine Leiche sei vor den Augen der Retter weggeschwemmt worden.

Es handelt sich bei den Verunglückten um Angehörige einer Lufttransport-Sicherungskompanie. Rettungshelikopter der Rega und Angehörige der Militärpolizei sind vor Ort im Einsatz.

Unheimlich: Heute vor elf Monaten, am 12. Juli 2007, starben beim Aufstieg auf die Jungfrau sechs Soldaten.

Alles zum Kander-Drama morgen im BLICK!

Trockene Witterung bei 8 Grad

In der Region Wimmis war nach Angaben von Meteo Schweiz die Witterung am Vormittag trocken. Gewitter oder andere aussergewöhnliche Wetterphänomene wurden keine registriert, wie ein Sprecher sagte. Die Temperatur lag bei rund 8 Grad.

Die Kander hatte in der Region Wimmis einen Abfluss von rund 40 Kubikmeter pro Sekunde, wie Hans-Jürg Bolliger vom kantonalen Wasserwirtschaftsamt sagte. Dieser Wert ist nicht aussergewöhnlich hoch. (SDA)

Kander-Drama: Schmid sagt Brüssel ab

BRÜSSEL – Nach dem schweren Militärunfall im Berner Oberland hat Bundesrat Samuel Schmid seine Teilnahme am KFOR-Treffen in Brüssel kurzfristig abgesagt. Dies teilte die Delegation heute in Brüssel mit.

Jetzt ermittelt die Militärjustiz

BERN – Nach dem Bootsunfall hat die Militärjustiz Ermittlungen aufgenommen. In einer vorläufigen Beweisaufnahme werden Sachverhalt, Beteiligte und Hintergründe des Unfalls ermittelt, wie Sprecherin Silvia Schenker sagte. Liege das Ergebnis vor, werde entschieden, ob eine Voruntersuchung eröffnet werde oder nicht. Sei dies der Fall, würden die Akten am Ende der Voruntersuchung an einen Auditor weitergegeben. Dieser entscheide dann, ob Anklage erhoben, das Verfahren eingestellt oder ein Strafmandat gefällt werde.
play Ein Armee-Heli und Polizisten im Einsatz bei Spiezwiler. (Keystone)

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