Bern stellt Zürich in den Euro-Schatten

BERN/ZÜRICH – Die Zahlen sind eindeutig: 625'000 Fans bevölkerten in den letzten zehn Tagen die Fanzone in der Bundesstadt, während sich Zürich mit 450'000 Besuchern begnügen musste. Sind die Zürcher jetzt eifersüchtig?

  • Publiziert: 18.06.2008, Aktualisiert: 14.01.2012

Der Berner Stapi Alexander Tschäppät darf einen vollen Erfolg verbuchen: Eine rekordverdächtige Anzahl von Besuchern haben seine Stadt bis zur Halbzeit der Euro 08 besucht.

In erster Linie sei dies das Verdienst der holländischen Fans, die sich «in unsere Herzen gespielt haben», erklärt Tschäppät. Doch nicht nur: Nach Schätzung der Organisatoren machten sie etwa ein Viertel aller 625000 Fussballbegeisterten in den Fanzonen aus. Dazu kamen Italiener, Franzosen und Rumänen und zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer, die sich von der orangen Euphorie anstecken liessen.

Allein gestern Abend tummelten sich 130000 Fussballbegeisterte in der Fanzone der Innenstadt. Dagegen sieht die Wirtschaftsmetropole Zürich wie eine Provinzstadt aus: In der Public-Viewing-Arena am Bellevue verfolgten 30000 Besucher den 2:0-Sieg der Italiener gegen Frankreich. Und insgesamt haben in den letzten zehn Tagen nur 450000 Personen die offizielle Fanzone besucht.

Doch das ist kein Grund zur Eifersucht für den Zürcher Stapi Elmar Ledergerber: «Ich mag das Tschäppät und allen Bernern von Herzen gönnen», sagt er gegenüber dem Gratisblatt «News».

Doch die Berner müssen ihre heissgeliebten Holländer jetzt ziehen lassen: Die Oranje-Fans fahren bereits massenweise nach Basel, wo am Samstag das nächste Spiel der Holländer, entweder gegen Schweden oder Russland, stattfindet. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 100000 Besuchern.

Die beiden gestrigen Partien waren die letzten, die in den Städten Bern oder Zürich spielten. (SDA/noo)

Zürcher Standbetreiber wollen Schadenersatz

Die Stadt Zürich rechnet im Streit um die Verkehrssperrung beim Bellevue und den angeblich kaum frequentierten Fanmeilen-Abschnitt am See mit Schadensersatzklagen, sagte Stadtpräsident Elmar Ledergerber. Grund: Standbetreiber hatten sich über Umsatzeinbussen beklagt. Er sehe diesen Forderungen aber gelassen entgegen, räume ihnen keine Chance ein. Für den Regen könne die Stadt schliesslich nichts, sagte Ledergeber. (SDA)
play Elmar Ledergerber, Stadtpräsident von Zürich, mag Bern den Besucherrekord gönnen. (Foto: Keystone)

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