BERN - Eine Vergleichsstudie bei Tram und Bus zeigt: Bern ist absolute Spitze. Aber leider nur beim Preisen.
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Zu voll, zu teuer: Berns öV muss Kritik einstecken
Bern hat seit heute ein neues Edelmetall aus 100 Prozent Plastik: Das Libero-Abo ist das teuerste ÖV-Abo der grossen Städte. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von «umverkehr». Im Gesamtvergleich von 53 Orten, fährt man nur in Winterthur und einigen kleineren Gemeinden noch teurer.
In Zürich bieten die VBZ auf Stadtgebiet ein Liniennetz von 983 Kilometern an. Der Preis dafür: 711 Franken pro Jahr. In Bern betreibt Bernmobil eine Strecke von etwas über 102 Kilometer, also fast 10mal weniger. Der Preis ist aber mit 648 Franken fast gleich hoch wie in Zürich.
Das Tram zu voll genommen
Neben dem Preis wird die Auslastung bemängelt. Berner Trams und Busse seien viel zu voll, der Ausbau kommt kaum voran. Annegret Hewlett von Bernmobil will das gar nicht schönreden. «Das stimmt. Wir bieten auf vielen Linien zu Stosszeiten schon den 3-Minuten-Takt an. Mehr liegt einfach nicht drin.»
Besonders prekär sind die Linien 10, 11, 12 und 20. Für den Wyler-Bus erhofft man sich Entlastung, wenn ab Dezember die Linie 9 bis Wankdorf fährt. Und der Bus 10 soll zum Tram 10 werden, allerdings, so die Studie, komme das Projekt «viel zu langsam voran.».
Immerhin das Design stimmt
So darf sich Zürich zusammen mit St. Gallen ausloben, den besten ÖV der Schweiz anzubieten. Bern teilt sich mit Genf den dritten Platz. Dabei hätte Bern durchaus etwas zu bieten. Die Studie lobt etwa die Qualität des Rollmaterials. «Würde das schönste Design prämiert, wäre Bernmobil der Favorit», halten die Prüfer fest.
Ist es also die Qualität, die in Bern soviel kostet? «Bern hat ein sehr gutes Preis-Leistungverhältnis wenn man alle Angebote in Betracht zieht», sagt Rolf Thallinger vom Libero-Tarifverbund. «Die Studie kritisiert primär die Monatsabonnente. Bei den Einzelfahrkahrten schneiden wir im Vergleich mit anderen Städten gut ab.»
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