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«Ich arbeite über den Toten»: Diesen Satz darf fortan ein Ems-Sprecher aussprechen. Und es ist kein Witz. Denn tatsächlich hat er auf dem Gelände der Ems-Chemie ein Massengrab aus der Zeit der Franzosenkriege im Jahr 1799 entdeckt!
Die Gebeine befinden sich in einem ehemaligen Kalkbrennofen, dessen Mauer eingefallen ist. Aus dem Massengrab soll nun ein Denkmal werden (siehe Kasten).
Nach dem Grab war lange gesucht worden, teilte der Archäologische Dienst mit. Die Gebeine, die aus einer Böschung hervortraten, stammen von der blutigen Schlacht zwischen dem Landsturm und der französischen Armee, die sich im Mai 1799 abgespielt hatte. Damals lehnte sich die Bevölkerung aus dem Freistaat der Drei Bünden gegen die französische Besatzung auf.
Auf dem Schlachtfeld zwischen Chur, Ems und Bonaduz kamen weit über 600 Landstürmer und eine beträchtliche Zahl französischer Soldaten ums Leben. Nach dem gescheiterten Aufstand wurden die Leichen der Kriegsopfer hastig verscharrt und ein Teil von ihnen notdürftig in Kalköfen beigelegt – oder einfach in einen Ofenschacht geworfen.
Die meisten Knochen stammen von Männern unter 20 Jahren. Die stark abgenutzten Gelenke und Wirbel lassen auf schwere körperliche Arbeit und ein karges, entbehrungsreiches Leben schliessen. (AP/spj)
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Das Gebäude der Ems-Chemie. (SoBli)