Leuenbergers Top-Beamter muss mit Gefängnis rechnen Bazl-Chef vergriff sich in der Firmenkasse

  • Aktualisiert am 03.01.2012

BERN – Raymond Cron, Chef des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl), veruntreute bei seinem früheren Job 180000 Franken. Bundesrat Moritz Leuenberger gibt ihm dennoch Rückendeckung.

Der Chefbeamte in Bundesdiensten hat bei seinem früheren Arbeitgeber – dem Baukonzern Batigroup – 180000 Franken veruntreut. Aber nicht für die eigene Tasche, sondern als Sonderprämien für seine Mitarbeiter, obwohl sein Vorgesetzter dies zuvor ausdrücklich abgelehnt hatte.

Das Geld beschaffte sich der heutige Bazl-Direktor, indem er zwei Mal Einnahmen nicht ordnungsgemäss abbuchte und zwei Rechnungen eines Mitarbeiters zu Unrecht der Firma belastete. 4000 Franken behielt er selber, weil er nicht wusste, wie er das Geld wieder in die Firma zurückschleusen sollte.

Raymond Cron ist geständig, hält aber nach Absprache mit Bundesrat Leuenberger an seinem Amt fest. Er wolle die Verantwortung dafür übernehmen. Anlass zum Rücktritt sieht er aber nicht – auch nicht im Fall einer Verurteilung. Der Verkehrsminister kritisierte zwar Crons Verhalten, sprach ihm aber sein Vertrauen aus.

Ans Licht kam die Affäre nun durch eine Anzeige der Batigroup, die bei der internen Revision Unregelmässigkeiten entdeckte. Bei ihren Ermittlungen stiess die Basler Justiz dann auf Crons Veruntreuung. Dieser begründete sein damaliges Handeln mit millionenschweren Projekten, die auf dem Spiel gestanden seien. Er habe geglaubt, nur so die überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter sicherstellen zu können. Er habe damit aber nur dem Unternehmen dienen wollen und sei sich nicht bewusst gewesen, gegen das Gesetz zu verstossen.

Top 3

1 Kältewelle Wasserrohrbruch in SBB-Gebäude verursacht Mega-Schadenbullet
2 Betrugs-Opfer Conni Kuhn erzählt «Wie konnte ich nur so dumm sein?»bullet
3 Lawinendrama am Pilatus Sportschule trauert um ihren «Studi»bullet

Schweiz